Theater-Tipp

Die University Players führen „The Tempest“ im Audimax auf

Gesa Penthin und Marc Borchert in ihren Rollen als Ariel und Prospero. In dieser Szene bitte Ariel den Magier, sie wie versprochen freizulassen

Gesa Penthin und Marc Borchert in ihren Rollen als Ariel und Prospero. In dieser Szene bitte Ariel den Magier, sie wie versprochen freizulassen

Foto: G2 Baraniak

Obwohl Shakespeare „The Tempest“ (dt. „Der Sturm“) als Komödie geschrieben hat, steckt die Geschichte rund um den Magier Prospero voller kleiner Tragödien. Daher fokussiert sich die Inszenierung der University Players auf die melancholischen und unheimlichen Aspekte von Shakespeares letztem Werk.

Ein alternder Magier, der ein groteskes Theater inszeniert, bevor er seine Kunst endgültig niederlegt, unterdrückte Inselbewohner, die um ihre Freiheit kämpfen und arrogante Besucher aus einer anderen Welt, denen Macht und Rang wichtiger sind als das gemeinsame Überleben – darum geht es in dem Stück.

Für die University Players steht die Magie der Insel im Mittelpunkt. Prosperos Zauber soll sich in der Musik äußern, die Marc Borchert, der den Prospero spielt, eigens für die Inszenierung komponiert hat. Luftgeist Ariel, dargestellt von Gesa Penthin, will durch tänzerische Elemente verzaubern. Mit Choreographien, die Penthin ebenfalls selbst entwickelt hat.

Genau wie die Besucher von Prosperos Insel sollen auch die Theaterzuschauer verwirrt, eingesponnen, erschreckt und verzaubert werden. Ohne dabei eine Entscheidungshilfe zu bekommen, was richtig und was falsch ist. „Von gängigen Interpretations-Schablonen haben wir uns bewusst ferngehalten.“, sagt Produktionsleiterin Svenja Baumann. Der Zuschauer müsse selbst entscheiden, ob es nun eine Komödie oder ein Tragödie wird und ob er Prospero nach seinem berühmten Schlussmonolog vergibt.

Die University Players sind eine 1980 von Dietrich Schwanitz gegründete, englischsprachige Amateur-Theatergruppe an der Universität Hamburg. Zweimal im Jahr verwandeln sie das Audimax in ein Theater.

Die Produktionen werden allein durch Spenden und Eintrittsgelder finanziert. Damit aus relativ kleinen Mitteln etwas Großes entstehen kann, ist Kreativität gefragt: So näht das Team Kostüme oft aus alter Bettwäsche, Gardinen oder aufgetrennter Kleidung. Auch das Bühnenbild schustern die Mitwirkenden aus Materialresten zusammen.

„The Tempest“ by William Shakespeare (in englischer Sprache) Di 23.1., 19.30 Uhr, Audimax der Universität Hamburg, Von-Melle-Park 4, Karten 12, ermäßigt 6 Euro