Messe-Tipp

"Hamburg Motor Classics": Auto-Kultur und Lebensart

Exoten wie Isotta-Fraschini Tipo 8A SS (1928) und  Lancia B24 S (1956) neben Klassikern von Mercedes und Porsche  (v.r.n.l.) vor den Hamburger Messehallen

Foto: Stephan Wallocha / Stephan Wallocha/Hamburg Messe

Exoten wie Isotta-Fraschini Tipo 8A SS (1928) und Lancia B24 S (1956) neben Klassikern von Mercedes und Porsche (v.r.n.l.) vor den Hamburger Messehallen

Eine Freundin hat sich kürzlich einen Traum in Beige erfüllt und sich einen Mercedes Benz 123 aus den frühen 80ern zugelegt – um ihn nach zwei Wochen wieder abzustoßen. Warum? Weil das Fahrzeug einfach zu gut erhalten war, wie frisch vom Band gerollt. Sie konnte es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, damit im Alltag durch die Großstadt zu fahren und auch nur den kleinsten Kratzer oder Pfotenabdrücke ihrer Hunde zu riskieren. Ersetzt wurde er von einer technisch ordentlichen, etwas heruntergerockten Kombiversion der gleichen Baureihe. Grün statt beige. Auch toll.

Oldtimer, sprich vom Auto zum mindestens 30 Jahre alten Kraftfahrzeug-Kulturgut geadelten Fahrzeuge, sind seit Jahren Trend. Ob man durch Filme zu Liebhabern von US-Muscle Cars wurde, ob man die elterlichen Autos der Kindheit wie Golf 1 oder Opel Ascona wiederentdeckt, oder ob man ein vielversprechendes Anlageobjekt sucht, für jeden Geschmack lässt sich etwas finden. Frisch restauriert, gepflegt original erhalten oder zum Schrauben aus der Scheune gerollt.

Für Einsteiger, Profis, Enthusiasten oder einfach nur Neugierige öffnet an diesem Freitag die erste "Hamburg Motor Classics"-Messe ihre Türen und Hauben. Bis Sonntag stellen ungezählte nationale und internationale Händler, Sammler, Clubs und Experten alles rund um automobile Lebensart vor.

Natürlich stehen hier insbesondere die Oldtimer im Fokus. Das kann der simple, aber praktische Daus Pritschenwagen aus dem Jahr 1951 sein oder ein kraftstrotzender 1968er Chevrolet Chevelle, ein Nachbau der Delorean DMC12 "Zeitmaschine" aus "Zurück in die Zukunft" oder ein schnittiger 1985er-Ferrari-Testarossa. Legenden des Motorsports wie Rallye-Ikone Walter Röhrl geben Autogramme (Freitag, 14 Uhr), Gutachter, Versicherer und Importeure geben Tipps, auch kleine Hamburgensien des Autobaus werden vorgestellt, wie etwa die "Hagenbeck-Mini-Rennautos", auf der kleine Zoobesucher von 1948 bis 1973 im Kreis brausen konnten. Jahrzehntelang verschollen, sind sie erst 2012 wiederentdeckt worden.

"Hamburg Motor Classics" Fr 13.10., 12 bis 20 Uhr, Sa 14./So 15.10., jeweils 10 bis 18 Uhr, Hamburg Messe, Eingänge Mitte (Messeplatz), West (Lagerstraße), Tageskarte 17,50 Euro, 3-Tageskarte 30 Euro, Kinder bis 12 Jahren frei

© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.