Ausstellungs-Tipp

Die Galerie aplanat zeigt Fotos von David Bowie

Masayoshi Sukita fotografierte David Bowie in Japan

Foto: Risky Folio

Masayoshi Sukita fotografierte David Bowie in Japan

Anfang der 1970er Jahre, als der japanische Fotograf Masayoshi Sukita in London den Glamrocker Marc Bolan fotografierte, fiel sein Blick zufällig auf ein Plakat, von dem er sich gar nicht mehr losreißen wollte. Es zeigte David Bowie, der damals schon ziemlich angesagt war. Sukita kaufte eine Flasche von Bowies Lieblings-Rotwein, und bald darauf trafen sich die beiden zum ersten Mal. Eine 40-jährige Beziehung ist daraus gewachsen, Bowie vor, Sukita hinter der Kamera.

Entscheidend hat der Japaner den Mythos des Musikers, Sängers, Schauspielers und Künstlers mit gestaltet. In einer Ästhetik, die sich wie Bowie selbst chamäleonartig wandelte, je nachdem, wozu Bowie gerade Lust hatte, und wo er sich gerade aufhielt. Nach langer Hamburg-Abstinenz zeigt nun der Galerist Christian Hiltawsky, der seine Ausstellungs-Aktivitäten ansonsten nach Berlin verlegt hat, hier in seinen "aplanat"-Räumen wieder eine Fotoausstellung – mit eben jenen Bildern, die Masayoshi Sukita von David Bowie gemacht hat, der 2016 gestorben ist. Titel: 40 Jahre "Heroes".

So hieß jenes Album, das Bowie 1977 in seiner Berliner Zeit aufgenommen hatte."Intime Einblicke" in Bowies frühe Jahre kündigen die Ausstellungsmacher an, Jahre, in denen er die Identität wechselte und zu den Kunstfiguren Ziggy Stardust und Thin White Duke wurde. Zu sehen sind 35 Bowie-Porträts, aufgenommen von Sukita in den spannenden, exzentrischen Jahren 1973 bis 1977.

Um Iggy Pops neues Album "The Idiot" zu promoten, flogen David Bowie, der es produziert hatte, und Iggy Pop 1977 nach Japan. Dort trafen sie Masayoshi Sukita, für einen Tag und eine geteilte Fotosession: ein halber Tag David Bowie und ein halber Iggy Pop. Die beiden Musiker inspirierten sich so, dass eine Performance daraus wurde.

Eines der Bilder aus dieser denkwürdigen Session in simpler schwarzer Lederjacke hat David Bowie dann als Plattencover für "Heroes" ausgesucht. Im Magazin "ID" erklärt der Fotograf viele Jahre später, dass es sein Lieblingsbild sei, weil Bowie so natürlich wirke. So, wie er in seinen schrillen Phantasy-Kostümen niemals ausgesehen hat.

"David Bowie/Masayoshi Sukita: 40th Anniversary Of Heroes" bis 23.12., Pop-up gallery aplanat, Lippmannstraße 69, Do, Fr 14 bis 19 Uhr, Eintritt frei
Salon Do, 28.9., 19 Uhr, mit Livemusik der Sängerin Anri Coza und Lesung des Schauspielers Oliver Sauer, Eintritt 10 Euro

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.