Sporthalle

Voll die Härte

Hamburgs Headbanger freuen sich auf das Konzert von Metal-Legende Judas Priest an diesem Montag in der Sporthalle. Im Vorprogramm ist Five Finger Death Punch zu sehen

Sporthalle.  „Painkiller“ ist eigentlich der englische Ausdruck für Schmerzmittel, aber der gleichnamige Titelsong des Albums „Painkiller“ von Judas Priest aus dem Jahr 1990 entspannt keineswegs. Sechs Minuten lang ist dieser Höllenritt, der sich von Höhepunkt zu Höhepunkt hangelt, während Sänger Rob Halford einen stählernen Messias ­beschwört, der auf seinem fliegenden Motorrad das Böse bekämpft.

Bis heute ist „Painkiller“ eines der populärsten Alben der britischen ­Metal-Pioniere und eines der wichtigsten des ganzen Genres, auch weil es einen sehr ungewöhnlichen Wendepunkt in der Geschichte der Gruppe markiert. 1969 gründete Bluessänger Alan Atkins in Birmingham eine erste Band namens Judas Priest, die sich aber wenige Monate später auflöste. Atkins stieg bei der Hardrockgruppe Freight ein, die sich in Judas Priest umbenannte, Atkins zog von dannen, Rob Halford ging ans Mikro. Die 70er-Jahre eben, in denen Bandbesetzungen im Rock generell eher instabil waren. ­Judas Priest zum Beispiel hat bis heute sieben Trommler verschlissen.

Mit Rob Halford als Frontmann, Glenn Tipton und K. K. Downing an den Gitarren, Bassist Ian Hill und Schlagzeuger John Hinch sowie dem Debütalbum „Rocka Rolla“ beginnt 1974 die eigentliche Geschichte von ­Judas Priest. Die Truppe entwickelt sich von Blues- zu Hardrock, nimmt Maßstäbe setzende Alben wie „British Steel“ (1980) und „Screaming For ­Vengeance“ (1982) auf und wird zusammen mit Iron Maiden oder Saxon zur Speerspitze der „New Wave Of British Heavy Metal“ der 80er-Jahre.

Und dann kommt „Painkiller“. ­Judas Priest ist mitten auf dem kommerziellen und kreativen Höhepunkt, da gerät man sich in die Haare, und Halford geht eigene Wege. Elf Jahre ziehen Priest (mit Sänger Tim Owens) und Halford ihre individuellen Dinger durch, über die man als Metal-Fan beruhigt den Mantel des Schweigens legen kann.

Entscheidend ist, dass Rob Halford 2004 wieder in den Sattel steigt. Und das aktuelle Album „Redeemer Of Souls“ (2014) zeigt, dass Judas Priest noch so manche junge Band, zum Beispiel an diesem Montag in der Sporthalle den Support Five Finger Death Punch, alt aussehen lassen kann.

Judas Priest, Five Finger Death Punch Mo, 8.6., 20.00, Sporthalle Hamburg (U Lattenkamp),
Krochmannstraße 55, Eintritt 60,- (Ak.);
www.judaspriest.com