Schienenverkehr

Neuer Tunnel bringt Bahn-Pendler schneller nach Hamburg

Der Güterverkehr auf der Schiene soll auch in Hamburg reibungsloser laufen.

Der Güterverkehr auf der Schiene soll auch in Hamburg reibungsloser laufen.

Foto: Armin Weigel / dpa

220 Millionen Euro soll der Wilhelmsburger Eisenbahntunnel kosten. Im Oktober startet die Bürgerbeteiligung. Baubeginn 2025?

Hamburg. Die Deutsche Bahn wird bis zum Jahr 2030 rund zehn Milliarden Euro in die Hamburger Schieneninfrastruktur investieren. Als einen Baustein der Offensive kündigte die Bahn den Bau eines neuen Tunnels („Unterfahrung“) in Höhe der Wilhelmsburger Thielenstraße an. Das teilte das Unternehmen am Freitag in Hamburg mit.

„Er soll den Güter- und vor allem den Personenverkehr schneller machen und 220 Millionen Euro kosten“, erklärte Manuela Herbort, Konzernbevollmächtigte für die Länder Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen. Derzeit laufe die Konzeptionierungsphase. Eine erste Online-Informationsveranstaltung, zu der die Bürger in Kürze eingeladen würden, sei für den 20. Oktober geplant.

Züge müssen nicht mehr aufeinander warten

Der Tunnel entschärft eine Kreuzung, vor der derzeit die Personenzüge oft warten müssen, bis der Güterverkehr passiert hat. Künftig wird der Güterverkehr unter dem Personengleis hindurch geführt, so dass die zeitraubenden und energiefressenden Halts entfallen. Der Baubeginn ist für 2025 geplant, 2030 soll der Tunnel fertig sein.

Verkehrssenator Tjarks lobt die Bahn

Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) lobte das Projekt als „klassische Win-win-Sitation: Die Züge vom und zum Hafen werden zukünftig deutlich schneller unterwegs sein. Das ist gerade für die Pendlerströme aus dem Süden wichtig. Gleichzeitig wird der Lärm für die Anwohner massiv reduziert.“ Der Tunnel sei „ein wichtiger Schritt zum Ausbau des Eisenbahnknotens Hamburg.“

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Mit der Verlegung des Güterverkehrs unter die Erde werden die Züge leiser. Zusätzlicher Lärmschutz für die weiter überirdisch fahrenden Personenzüge ist nicht geplant. Das „Kreuzungsbauwerk“ entsteht auf brachliegendem Bahngelände. Das Projekt ist Teil des Bundesverkehrswegeplans. Das Planfeststellungsverfahren hat noch nicht begonnen.