Hamburg

Zu warm – Hamburgs Hallenbäder bleiben vorerst zu

Auch die Kaifu-Sole in Eimsbüttel ist derzeit geschlossen. Dafür tummelten sich im Freibad in diesem Jahr schon mehr als 20.000 Besucher

Auch die Kaifu-Sole in Eimsbüttel ist derzeit geschlossen. Dafür tummelten sich im Freibad in diesem Jahr schon mehr als 20.000 Besucher

Foto: Bäderland Hamburg

Becken in Barmbek, Eimsbüttel, Niendorf, Billstedt und Finkenwerder geschlossen. Bäderland sucht Mitarbeiter.

Hamburg.  Der Mai 2018 war alles andere als üblich – mit Temperaturen, die in die Geschichte eingehen dürften und sonnigem Wetter, das für die Jahreszeit und die Hansestadt absolut unüblich war. Ungewöhnliches Wetter verlangt unübliche Maßnahmen hat man sich bei Bäderland Hamburg gesagt – und in diesem Jahr erstmals fünf von insgesamt 21 Hallenbädern vorübergehend geschlossen.

„Wir haben in den 15 Freibädern so viele Gäste, dass man noch viel mehr aufpassen muss als üblicherweise“, sagt Bäderland-Sprecher Michael Dietel zur Begründung. „Wir brauchen da jeden Mann.“ Bislang waren seinen Angaben zufolge etwa viermal so viele Menschen in den Freibädern wie im Vorjahreszeitraum, insgesamt ein Plus von 112.000 Besuchern. „Allein an den beiden Standorten Stadtparksee und Freibad Marienhöhe waren dieses Jahr bereits jeweils mehr Gäste als im Mai in allen Sommerfreibädern zusammen.“

Personal wird in den Freibädern benötigt

Nicht bei allen Gästen kommen die Hallenbadschließungen gut an. Abendblatt-Leser Helmut Hack hat dafür überhaupt kein Verständnis. Dienstagmorgen stand der 78-Jährige, der fast jeden Dienstag zum Schwimmen im 32 Grad warmen Wasser kommt, gemeinsam mit einer Hand voll anderer an der Bartholomäus-Therme in Barmbek-Süd vor verschlossenen Türen. In dem Bad mit dem opulenten historischen Ambiente wird derzeit der Saunabereich saniert. Was viele Gäste schätzen, drinnen zu saunieren und sich im Freien abzukühlen, sei derzeit aber nicht möglich, sagt Dietel. Und es seien zuletzt nur sehr wenige Gäste gekommen. Deshalb habe man die Therme ebenso wie vier weitere Hallenbäder, bei denen es angeschlossene Freibäder gebe, bis auf weiteres geschlossen, um das Personal in den Freibädern einsetzen zu können, wo es dringend benötigt werde.

Bäderland-Kunde Hack sagt, er sei zu hundert Prozent schwerbehindert, könne sich nur mit dem Rollator fortbewegen. Am Bäderland-Telefon habe man ihn vertröstet und gesagt, er könne ja eines der anderen Hallenbäder nutzen, erzählt er. Für ihn ist das keine Option. „In der Bartholomäus-Therme weiß ich, wie ich zurecht komme. Ich kann mit dem Rollator bis zur Treppe am Becken fahren“, sagt Hack, der in der Nähe von Trittau lebt. Ein Freibad gebe es dort zwar auch, aber das eben nicht barrierefrei. „Und die ältere Generation hat es ja auch gern mollig im Wasser“, gibt Hack zu.

Auch die Kaifu-Sole ist geschlossen

Neben der Bartholomäustherme, deren modernisierter Saunabereich ab Oktober wieder zur Verfügung stehen soll, ist auch die Kaifu-Sole in Eimsbüttel mit 32 Grad warmem Wasser geschlossen, das Freibad ist geöffnet. Im Bondenwald-Bad in Niendorf ist die Schwimmhalle derzeit ebenfalls gesperrt, der Kleinkinderbereich Bondiland in der separaten Halle ist weiterhin geöffnet ebenso wie der große Freibadbereich. Derzeit laufen Revisionsarbeiten im Hallenbereich, „wenn diese abgeschlossen sind, werden wir entscheiden, wie wir weiter verfahren“, so Dietel.

Auch in Billstedt ist die Schwimmhalle geschlossen, die Rutschenanlage ist aber nach Angaben ebenso im Betrieb wie das Freibad. Und in Finkenwerder ist ebenfalls das große Freibad geöffnet, das Hallenbad aber nicht.

Saisonkräfte unterstützen das Stammpersonal

Nach Angaben von Dietel hat das Unternehmen bereits zusätzliche Saisonkräfte eingestellt, die das Stammpersonal von etwa 500 Mitarbeitern unterstützen soll, man suche aber weiterhin. Denn Bewerber müssten selbst gute Schwimmer sein und außerdem Deutsch sprechen. Längst nicht jeder, der sich vorstelle, sei auch geeignet, sagt der Sprecher.

Es sei ja auch nicht so, dass die Freibadsaison überraschend komme, „wir stellen uns schon darauf ein“, sagt Dietel, aber üblicherweise gebe es Pausenzeiten, an denen man nicht alle Kräfte im Freibad brauche. Das sei in diesem Jahr anders.

Nach ein paar kühleren Tagen werden die Bäderland-Mitarbeiter in den kommenden Tagen wieder gut zu tun bekommen. Denn schon von heute an steigen die Temperaturen wieder auf etwa 26 Grad. Und viele Hamburger werden im Freibad Abkühlung suchen.

Infos über Bäderöffnungszeiten finden Kunden unter www.baederland.de oder telefonisch unter der Rufnummer 040/188890.