TV-Pastor

Jürgen Fliege verärgert Kirche mit Taufe in Wellness-Oase

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Ärger für den ehemaligen TV-Talker. Jürgen Fliege plant eine Taufe in einem Schwimmbad – und verlangt Geld dafür. Die Kirche ist empört.

Bad Orb.  Comeback mit göttlichen Auftrag: Der aus dem Fernsehen bekannte evangelische Pfarrer Jürgen Fliege plant für Sonntag eine Taufe in der Toskana-Therme im hessischen Bad Orb. Gegen eine „Teilnahmegebühr“ von 39 Euro könnten Interessierte ab 8 Uhr an einer „ebenso neuen wie ursprünglichen Form des Taufgottesdienstes teilnehmen“, heißt es auf der Internetseite der Therme. Eine „Liquid-Sound-Anlage“ übertrage die Worte auch unter Wasser und ermögliche so eine „intensive Form des Zuhörens“. Das Schwimmbad hat Fliege für den Zeitraum von 7.30 bis 9.30 Uhr exklusiv reserviert.

Wenig erfreut ist man bei der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. „Für eine Taufe Eintritt zu verlangen geht nicht“, sagt der Dekan des evangelischen Kirchenkreises Gelnhausen, Klaus-Peter Brill. Die Gemeinde vor Ort sei zudem nicht über das Vorhaben informiert worden. Eine Taufe sollte öffentlich sein, zudem müsse zuvor ein Gespräch mit dem Täufling stattgefunden haben. Als Pfarrer im Ruhestand müsse sich auch der 67 Jahre alte Fliege an die Ordnungen der rheinischen Kirche halten, aus der er kommt.

Auch diese ist von dem Plan ihres Ruhestandspfarrers überrascht. Da Jürgen Fliege weiterhin in einem „Treue- und Dienstverhältnis“ zur rheinischen Kirche stehe, prüfe das Düsseldorfer Landeskirchenamt mögliche Folgen der „ungewöhnlichen Veranstaltung“, sagte die stellvertretende Pressesprecherin Kornelia Roßkothen.

Der Bad Orber evangelische Pfarrer Günter Kaltschnee, der von der Aktion erst aus der Zeitung erfahren hat, sagte: „Ich vermute, dass da überhaupt keine Taufe stattfindet.“ Denn eine solche Taufe müsste unter anderem von der Gemeinde, in der sie erfolgt, im Kirchenbuch festgehalten werden. Fliege aber habe sich weder mit der evangelischen noch der katholischen Kirche in Bad Orb in Verbindung gesetzt. Jürgen Fliege war am Freitag für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.