Nach Trennung

„Single” Lothar Matthäus bringt sich bei 1860 ins Gespräch

„Ich liebe München. Ich kenne 1860 und die 2. Liga. Natürlich wäre es schön, mich auch in Deutschland als Trainer zeigen zu dürfen“, sagte der 51-Jährige.

München. Fußball-Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat offenbar Interesse am Trainerposten bei Zweitligist 1860 München. „Ich liebe München. Ich kenne 1860 und die 2. Liga. Natürlich wäre es schön, mich auch in Deutschland als Trainer zeigen zu dürfen“, sagte der 51-Jährige im Interview mit dem Sport-Nachrichtensender Sky Sport News HD.

Die Löwen hatten sich am vergangenen Sonntag von Trainer Reiner Maurer getrennt. Dessen Nachfolger ist Alexander Schmidt, der zuvor die zweite Mannschaft des deutschen Meisters von 1966 in der Regionalliga betreut hatte.

„Mein Name geistert immer durch die Gazetten, wenn irgendwo ein Trainer entlassen wird“, sagte Matthäus, obwohl sein Name in diesem Zusammenhang bisher nicht gefallen war. Er sei jedoch „ganz sicher nicht derjenige, der sich beim TSV 1860 anbietet“, ergänzte der frühere Star des ungeliebten Lokalrivalen Bayern München: „Man weiß ja, welche Trainer frei sind. Dazu gehöre ich auch.“

Matthäus stand in den vergangenen Jahren bereits vor Engagements bei Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Nürnberg. In beiden Fällen war seine Einstellung am massiven Widerstand der Fanlager des jeweiligen Klubs gescheitert.

Seit seiner Entlassung als Trainer des bulgarischen Nationalteams im September 2011 ist Matthäus auf Jobsuche. Er werde wohl im Januar einen neuen Arbeitgeber präsentieren, hieß es zuletzt. Als möglicher neuer Posten wurde der des schottischen Nationaltrainers gehandelt.

Matthäus hatte sich erst zu Wochenbeginn von Freundin Joanna Tuczynska getrennt. „Ja, es stimmt, wir haben unsere Beziehung einvernehmlich beendet“, bestätigte der 51-Jährige. Es habe schon seit Wochen zwischen den beiden nicht mehr gepasst. „Ich hege keinerlei Groll und wünsche Joanna alles Gute für die Zukunft“, sagte Matthäus. Das Model hatte Medienberichten zufolge die Trennung auf Facebook bekannt gegeben.

Tuczynska und der Fußballer waren seit gut eineinhalb Jahren ein Paar. Gemeinsam mit Matthäus war die gebürtige Polin diesen Sommer in der Vox-Soap über das Leben des Fußballers zu sehen gewesen. Die sechsteilige TV-Doku mit dem Titel „Lothar – immer am Ball“ stieß jedoch von Beginn an auf sehr geringes Interesse der Zuschauer. Mitte Oktober hatte es erste Gerüchte über eine bevorstehende Trennung des Paares gegeben.

Dazu beigetragen hatten die Eltern des Dessous-Models, die sich in der „Bild“-Zeitung kritisch zur Beziehung ihrer Tochter mit dem Fußballer geäußert hatten. „Uns stört es, dass Lothar schon ein paar Mal verheiratet war. Klar scheitern Ehen, aber man wünscht sich für seine eigene Tochter natürlich schon jemanden, der auch noch 'frisch' in die Ehe geht“, hatte Tuczynskas Mutter der Zeitung gesagt. Die junge Polin kommentierte die Aussagen ihrer Eltern auf ihrem Facebook-Profil mit dem Satz: „Und damit haben sie recht.“

Matthäus kann bei Trennungen schon einige Erfahrungen vorweisen. Vor seiner Beziehung mit Tuczynska war der 51-Jährige bereits vier Mal verheiratet. Aus den Ehen gingen drei Kinder hervor. Am längsten – von 1981 bis 1992 – dauerte die erste Ehe des Fußballstars aus Herzogenaurach. Mit Silvia Matthäus hat er zwei Töchter. Ihre Beziehung wurde kaum in der Öffentlichkeit thematisiert. Im Jahr der Scheidung brachte die Schweizer Fernsehmoderatorin Lolita Moreno Matthäus' Sohn Loris zur Welt. 1994 folgte die Hochzeit, 1999 die Scheidung. Lolita sagte: „Lothar ist ein Mann der Tat. Aber im Gespräch haperte es.“ Sie brauche viel Platz und Lothar viel Harmonie. „Aber wenn er ständig da ist, ist der Taifun im Haus.“

Schlagzeilen machten danach seine Liaison mit der Tochter des FC-Bayern-Vereinsarztes Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und ein sehr kurzer Kontakt mit einer 17-Jährigen aus Österreich. Im Sommer 2003 begegnete Matthäus als Trainer in Belgrad der Serbin Marijana Kostic. Kurz darauf heirateten sie. „Diesmal ist es für immer. Wir haben auch keinen Ehevertrag, weil wir uns lieben. Marijana ist nicht auf mein Geld angewiesen. Sie arbeitet in der Mode-Branche sehr erfolgreich“, sagte Matthäus damals.

Doch vier Jahre später kam alles anders. Kristina Liliana Tchoudinova aus der Ukraine war 19 und stand vor dem Abitur, als sie Lothar Matthäus beim Münchner Oktoberfest 2007 kennenlernte. Es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen, und sie habe wirklich nicht gewusst, wer er sei, sagte Matthäus später. Nach vier Monaten ging sie auf Distanz und erklärte „Bild“: „Ich habe für ihn alles aufgegeben, meinen Model-Job auf Eis gelegt. Doch Lothar hat mich zu sehr eingeengt.“ 100 rote Rosen zum Valentinstag brachten alles wieder ins Lot.

Das Paar heiratete an Neujahr 2009 in Las Vegas. Im Dezember 2009 trennten sie sich erneut. Sie besuchte Partys mit Freunden, die ihm offenbar nicht passten, und sie flirtete mit anderen. Es gab noch einiges Hin und Her, dann aber kam Ariadne, und Liliana war abgemeldet.

Doch die damals 23-jährige Psychologie-Studentin Ariadne Ioannou blieb nach der Scheidung von Lothar und Liliana am 2. Februar 2011 nur eine Randnotiz. Wenige Wochen später nahm Joanna offiziell den Platz an Matthäus' Seite ein.

Matthäus ließ die Öffentlichkeit schon immer an seinen Beziehungen teilhaben. Doch mit Joanna ging er noch einen Schritt weiter. Während des zurückliegenden Sommers konnten die Deutschen ganz nah verfolgen, wie es um die Liaison der beiden bestellt ist. Der Sender Vox verfolgte die beiden in einer mehrteiligen Doku-Soap auf Schritt und Tritt. Schon damals herrschte nicht immer eitel Sonnenschein. Da sah man den früheren Kicker schon einmal aufgebracht aus einem Tanzsaal brausen, weil Joanna ihm beim Training für den Wiener Opernball die Stimmung verhagelt hatte.

Dass Matthäus sich auf dieses Format einließ, überraschte viele. Denn bereits nach dem Trubel um die Trennung von seiner früheren Liebe Liliana hatte er in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ selbstkritisch eingeräumt: „Ich habe mich zu viel geäußert und zu viele Schlagzeilen produziert.“