Atemlos durch den Krach

Wenn das Herz schmerzt, dann helfen Liebeskummersongs weiter. Damen hören dann gern Dramenpop, Männer lieber Rock

Die Weihnachtszeit, das ist traditionell auch die Zeit der richtigen und falschen Sentimentalitäten. Besonders einsame und gebrochene Herzen sind jetzt noch einsamer und gebrochener. Da sitzt man dann mit dem Löffel vor dem 800-Gramm-Nutella-Glas und macht sich im Kamin ein hübsches Feuerchen mit alten Briefen und Fotos. Oder löscht auf dem Smartphone ihre digitalen Pendants. Ein wenig Wärme an kalten Tagen.

Und wenn gerade kein Freund, keine Freundin da ist, um Trost zu spenden oder das nächste Nutella-Glas anzureichen, dann bleibt immer noch die Musik. „Ich will einmal noch schlafen, schlafen bei dir. Dir einmal noch nah sein, bevor ich dich für immer verlier“, seufzt dann ein Philipp Poisel. Oder die Band Revolverheld motzt: „Pack deine Sachen ein und raus. Du bist hier jetzt nicht mehr zu Haus. Und scheiß auf „Freunde bleiben“.“

„Jeder Mensch lacht anders, aber alle weinen gleich“, weiß Rapper Marteria. Und auch beim Thema Liebeskummersongs gibt es Unterschiede wie auch gemeinsame Favoriten unter den Geschlechtern, wie eine aktuelle Internetumfrage unter 5000 Mitgliedern des Sex- und Erotikportals „Joyclub“ ergab. Wir sind da übrigens nicht Mitglied, wir kriegen das von den Nachrichtenagenturen ungefragt zugeschickt und können wirklich überhaupt nichts dafür!

Sinead O’Connors Klassiker „Nothing Compares To You“ soll jedenfalls bei Mann und Frau zu den populärsten Liebeskummerhits gehören, bei Frauen auf Platz 1, bei Männern auf Platz 3. Wobei die Ladys eher zu D(r)amenpop von Adele tendieren, Männer hingegen zu Grönemeyers „Flugzeuge im Bauch“ und zu Rock von Metallica, Rammstein und Guns N’Roses. Oder zu – ein Scheidungsgrund! – „Atemlos durch die Nacht“ von Helene Fischer. Um das zu vermeiden, hier eine Bitte: Seid nett zueinander. Und wenn es kracht, dann bitte ohne Helene. Um der Liebe willen und der Ohren der Nachbarn.