Wer klagt da noch über die Elbphilharmonie?

Mark und Brenda Voss bauten sich in Florida ihre Traumvilla. Mit Schwimmbad, Heimkino, Blick aufs Wasser. Und einem kleinen Fehler ...

Es war eine geniale Idee, und es wurde zum größten Bauskandal in der Hamburger Geschichte. Bei der Elbphilharmonie gab es in Wahrheit nicht viel Harmonie an der Elbe. Die Misstöne beim Bau des in luftiger Höhe mitten zwischen Fünfsternehotel und Luxusappartements aufgehängten Konzertsaals, in dem 2150 Besucher Platz finden werden, waren laut und durchdringend.

Es ist wirklich eine ganze Menge schiefgelaufen – auf der Baustelle und im Rathaus, wo der völlig überforderte Bauherr im Grunde immer nur dann seinen Pflichten nachgekommen ist, wenn es darum ging, erneute Mehrkosten in Millionenhöhe zu begleichen.

Mark und Brenda Voss aus dem US-Bundesstaat Missouri sind ebenfalls Bauherren. Auch sie hatten eine geniale Idee, als sie sich dazu entschlossen, im sonnigen Florida eine Traumvilla zu errichten. Ebenfalls mit herrlichem Blick aufs Wasser. Dreigeschossig, fünf Schlafzimmer, fünf Badezimmer. Dazu ein großes Heimkino und ein Schwimmbad.

Knapp 700.000 Dollar haben sie dafür bezahlt. Das ist für manchen mehr, als er zu Hause rumliegen hat. Wenn auch nicht ganz so viel, wie die Steuerzahler in Hamburg für das Jahrhundertbauwerk berappen müssen, von dem viele sagen, es werde, neben dem Michel, zum neuen Wahrzeichen der Stadt. Wenn es denn im Herbst 2016 fertiggestellt und im Frühjahr 2017 eröffnet wird. Für 789 Millionen Euro.

Das Traumhaus von Mark und Brenda Voss dagegen ist bereits fertig. Zum veranschlagten Preis. In der vereinbarten Zeit. Es hat nur einen kleinen Fehler: Es steht auf dem falschen Grundstück. Schuld daran sind zwei Vermessungsingenieure, die unabhängig voneinander vor Baubeginn eine falsche Parzelle ausgewiesen haben. „Wir können nicht glauben, dass das passiert ist“, sagt Mark Voss, der selbst ein Immobilienunternehmen betreibt.

Da sage noch einer, die in Hamburg könnten nicht bauen.