Kopf runter, I’m sailing

Nicht nur bei Konzerten von Rod Stewart gilt die alte Weisheit: Am besten einen Helm tragen

Whoa, das war knapp! Beim Konzert von Madsen in der Großen Freiheit auf dem Reeperbahn Festival hieß es mal wieder, rechtzeitig den Kopf einzuziehen: Irgendein Trottel meinte, dass es eine hervorragende Idee wäre, den hastig geleerten Bierbecher ebenso hastig via Weitwurf zu entsorgen. Oh, wie das nervt.

Ja, bei Konzerten muss man nicht immer, aber auch nicht selten auf der Hut sein, um nicht etwas auf den Kopf zu bekommen. Was hatten wir nicht schon alles: Kuscheltiere, die bei Boygroup-Konzerten vom Oberrang der Arena segelten und zu kurz landeten, Popcorn-Schauer, Bierbecher – leer und halb voll – und Plastik-Sektflöten. Da fehlten nur noch Motorroller oder Schweinsköpfe wie in italienischen oder spanischen Fußballstadien. Die Bagaluten-Fans der Wikinger-Rocker Torfrock wissen schon, warum sie bei Konzerten alle Helme tragen.

Auch von der Bühne wird gern etwas geworfen. Gitarrenplektren, Schlagzeugstöcke, unterschriebene Frisbees (bei Billy Idol) und Wasserflaschen. Oder wie einst bei Tokio Hotel ein Handtuch, um das sich dann 20zeternde Mädchen balgten wie Rugbyspieler, während bedröppelte Ordner ratlos zusahen.

Nichtsdestotrotz kickte Rock-Ikone und Celtic-Glasgow-Anhänger Rod Stewart bei einem Konzert 2012 in Las Vegas (!) Fußbälle ins Publikum und brach einem Zuschauer mit einem strammen Schuss die Nase. Einen Baseball oder Eishockeypuck hätte der aus Kalifornien stammende Konzertgast vielleicht noch fangen können...

Die Rechnung für Rod Stewarts Bühnenfreistoß kam diese Woche laut „The Independent“ nicht in Form eines Vertragsangebots von einem Hamburger Sportverein, sondern als Schmerzensgeldklage. Die rund 8000 geforderten Euro dürfte Roddie verschmerzen, aber sich doch ärgern, dass Mama mal wieder recht hatte mit ihrer Vorahnung: „Meine Mutter jammert immer, dass Fußball mehr Unglück und Tränen über die Stewarts gebracht habe als alle Weltkriege und Naturkatastrophen.“