ISS-Astronaut Alexander Gerst

Mit Caren Miosga und dem Tatort in der Erdumlaufbahn

Dem deutschen ISS-Astronauten werden die „Tagesthemen“ und „Tatort“-Folgen ins All geliefert. Es gibt da nur ein Problem...

Hamburg. Man muss kein promovierter Geophysiker auf stationärer Erdumlaufbahn sein, wenn es um Vorlieben beim Fernsehprogramm geht. Aber es hilft offenbar. Unsereins kann Jahre, ach was: Lichtjahre vor dem Fernseher herumfluchen, und trotzdem kommt so gut wie nie das, was man sehen möchte. Dr. Alexander Gerst dagegen, noch bis zum 10. November Deutschlands Mann im All, erhält von der ARD seine mediale Grundversorgung nach Wunsch frei ins ISS-Wohnzimmer geliefert. Wenn das kein öffentlich-rechtlicher Kundendienst ist, was dann?

Der NDR stellt die jeweils aktuelle „Tagesthemen“-Ausgabe auf den Server der europäischen Weltraumorganisation ESA. Da das neue Studio große Ähnlichkeit mit der Brücke der USS „Enterprise“ hat (und in der Anschaffung auch nur unwesentlich billiger war), kann sich Gerst jetzt beim Feierabendbier mit dem Anblick von Frau Miosga oder Herrn Roth gemütlich entspannen. Es kommt aber noch schöner, theoretisch: Denn der WDR versprach, die wöchentliche „Tatort“-Ration hochzubeamen.

Himmlische Zustände schon für „Tatort“-Fans mit weniger abgelegenen Aufenthaltsorten? Eigentlich ja. Doch bevor Gerst sich für die nächsten Monate die „Tatort“-Abende freihält und den Astronauten-WG-Plan fürs Durchsaugen danach ausrichtet: Er sollte sich das Kleingedruckte in seiner Programmzeitschrift genau ansehen. Der letzte frische „Tatort“ kommt am Pfingstmontag, danach beginnt die Sommerpause. Nur Wiederholungen. Aufgewärmtes. Monatelang. Tragischer geht es kaum. Da darf man einmal in seinem Leben ins All und könnte dort, völlig losgelöst und ungestört, den „Tatort“ genießen. Und dann das. Mal sehen, wie lange es dauert, bis das ZDF eine Mainzelmännchen-Rettungsmission ankündigt.