Helene Fischer als Meisterin Proper

Hausputz ist für viele Deutsche ein Schlager. 90 Prozent können sich Schrubben, Saugen und Wischen ohne Musik nicht vorstellen

Deutschlands Wohnstuben müssen ziemlich dreckig gewesen sein, als es noch keine Jelena Petrowna Fischer gab, deren Schlagerhits aus dem Radio dudeln. Die 1982 in Krasnojarsk in Sibirien geborene Sängerin – als Helene Fischer inzwischen mit Preisen verwöhnt – verführt Radiohörer zum Saubermachen. Fast jeder Fünfte hört beim Hausputz Schlager, ergab die Umfrage des Herstellers eines Allzweckreinigers, der im Glanz seiner antibakteriellen Leistung mit Putzmittel nur oberflächlich beschrieben ist. Der Hausputz schafft Mehrheiten, von denen Europapolitiker nur träumen. 90 Prozent der Deutschen können nicht ohne Musik – putzen. Ohne seichte Klänge kein Hochglanz, ergab die blitzsaubere „Ajax-Studie“ genannte Befragung. Musik als Motivator? Wer hätte gedacht, dass leichte Melodien zum Schrubben, Saugen und Wischen anregen und das sogar gegen eine hartnäckige Verweigerungshaltung. Denn „richtig gerne putzt niemand“, weiß die Studie.

Wer an der Innenreinigung von Backofen, Bücherbord und Badewanne verzweifelt, kann online Beistand buchen. Im Basisdienst inbegriffen sind „Staubwischen, Abwischen von Oberflächen und Arbeitsflächen, Staubsaugen und Wischen aller Böden, Entfernen von Müll“. Die Bereitstellung eines Musikgeräts bleibt unerwähnt, wohl, weil es überall eins gibt, wo 12,90 Euro Stundenlohn bezahlt werden (nach Nutzung des Steuervorteils für „haushaltsnahe Dienstleistungen“ beim Finanzamt bleiben nur 10,32 Euro).

Warum aber haben Schlager Strahlkraft beim Putzen? Liegt es an der besungenen heilen Welt, der man beim Wisch und Weg näher kommt? Oder treiben die Rhythmen zur Eile an? Nach dem Motto: Wenn ich mit der Sauerei hier fertig bin, hab ich endlich wieder Ruhe.