Badewannen-Rätsel

Das Geheimnis der Schrumpelfinger

Warum kräuselt sich Haut im Wasser? Forscher sind dem Geheimnis der Schrumpelfinger auf der Spur.

Bei einem Versuchsplanschen in der Badewanne haben Wissenschaftler festgestellt, dass die Haut der Finger schrumpelt. Das weiß zwar jedes Kind, das nicht mit dem Bade ausgeschüttet wurde, ist aber nie richtig erforscht worden. Fingerfachleute meinten zunächst, das liege am Salz in der Kuppe, wodurch das Wasser angezogen würde. Jetzt fanden Experten heraus, dass sich bei Feuchtigkeit die Äderchen verengen und die Haut sich zusammenzieht.

„Die Fingerkuppen quellen nicht auf, sie schrumpfen“, erklärte Tom Smulders von der Newcastle University die aufschlussreiche Fingerübung. An Testpersonen, die mit allen Wassern gewaschen sind oder trockenen Humor haben, forschten Wissenschaftler nach dem Sinn des Schrumpelns: Sind feuchte dünne Finger mit tiefen Rillen griffiger als ausgedörrte Langfinger ohne Wellen? Flutscht nasse Seife nicht mehr durch die nasse Hand? Ein Fingerzeig aus Newcastle deutet auf einen greifbaren Erfolg hin. Demnach können sowohl verschrumpelte als auch unverschrumpelte Finger ein Glas halten, unabhängig davon, ob der Wein darin trocken ist oder nicht. Aber mit verschrumpelter Haut haftet ein Glas besser, man kann es schneller austrinken.

Julia Haseleu und Damir Omerbasic, Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in Berlin-Buch, ging bei den britischen Experimenten alles viel zu glatt. Nassforsch und handstreichartig ließen sie 40 Probanden mit aufgeweichten und trockenen Händen nasse wie trockene Gegenstände von der Glasmurmel bis zum Messinggewicht greifen und in eine kleine Öffnung bugsieren – sie wiederholten damit exakt den Versuchsaufbau der Neurowissenschaftler aus Newcastle. Das Ergebnis kann man an den Fingern einer Hand abzählen: Für einen feuchten Händedruck schließen die Berliner eine besondere Haftung aus.