Nicht ohne mein Gemüse

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Alexander Josefowicz

Veganer wollen nichts mit Allesessern zu tun haben – zumindest nicht in der Liebe

„Liebe geht durch den Magen.“ Der Spruch ist zwar älter als die Speisereste zwischen Ötzis Zähnen. Aber er bewahrheitet sich stets aufs Neue. Aktuellstes Beispiel ist eine Datenauswertung, die die Online-Partnerbörse Gleichklang bei 17.673 ihrer Mitgliedern durchgeführt hat. Diese haben nicht nur ihre eigenen Ernährungsgewohnheiten angegeben, sondern sich auch dazu geäußert, was bei anderen auf dem Teller landen darf, damit sie als Partner infrage kommen.

Wenig erstaunlich ist, dass es besonders die Veganer sind, die darauf Wert legen, dass ihre besseren Hälften ebenfalls auf Fleisch, besser noch gleich auf alle tierischen Produkte verzichten. Menschen, die dieser teils mit quasi religiösem Eifer vertretenen Ernährungsweise anhängen, machen sich ohnehin sehr viele Gedanken über die Dinge, mit denen sie ihren Körper befeuern (müssen sie auch, sonst drohen unangenehme Mangelerscheinungen). Da bringt einen ein gedankenloses Gegenüber, das sich den Frühstücksspeck mit Butter anbrät, den Kaffee bis zur Sättigungsgrenze mit Milch auffüllt und die Einkäufe am Ende auch noch im Fellrucksack nach Hause schleppt, bloß auf falsche Gedanken.

Etwas gnädiger geben sich die Vegetarier – nicht nur bei der Verwendung von tierischen Produkten, sondern auch bei der Partnerwahl. Bei ihnen sind es nicht 85 Prozent, sondern nur etwas mehr als die Hälfte, die sich vom Partner die gleichen Ansichten zum Thema „essen und essen sein lassen“ wünschen.

Wer hingegen als Allesfresser lebt, sich nicht darum kümmert, ob das Mittagessen mal eine Mama hatte oder nicht, der ist augenscheinlich auch weniger wählerisch bei der Partnerwahl. Spezielle Präferenzen werden von den Karnivoren nur in den seltensten Fällen geäußert. Möglicherweise ist es so manchem Liebhaber saftiger Steaks im Grunde seines Herzens sogar lieber, mit einem Vegetarier liiert zu sein. Dann muss er das Fleisch wenigstens mit niemandem teilen.

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