Socken und Sexhormone

O Mann. Ein Rattenversuch beweist angeblich, dass Frauen besser mit Stress umgehen können

Ist denn auf nichts mehr Verlass? Forscher galten einst als angesehene Wissenschaftler, die zum Wohle der Menschheit nichts unversucht lassen, um Krankheiten auszumerzen, neue Fortbewegungsmethoden zu erfinden oder uns beispielsweise nahe zu bringen, dass der Spanische Schal kein weiteres Vergehen aus dem in Verruf geratenen Königshaus ist, sondern eine im Meer lebende Fadenschnecke.

Nun allerdings unterscheiden sich Forscher kaum noch von Hellsehern. Sie leiten waghalsige Rückschlüsse aus Tierversuchen ab. Fehlt nur noch, dass sie versuchen, Ratten aus der Hand zu lesen. Forscher der Universität von Buffalo haben festgestellt, dass weibliche Ratten stressige Situationen deutlich besser bewältigten als die Männchen. Weibchen, die eine Woche lang immer wieder eingesperrt wurden, waren weiterhin in der Lage, Objekte zu erkennen, die ihnen kurz zuvor gezeigt worden waren. Das Kurzzeitgedächtnis der Männchen war dagegen erheblich beeinträchtigt. Das Ergebnis, so heißt es, sei sicher auch auf Menschen zu übertragen. Die größere Stressresistenz der Weibchen sei auf deren höheren Anteil an Östrogen zurückzuführen.

Ja, geht’s noch? Erstens sind die Sexualhormone sowieso an allem schuld. Zweitens unterscheiden sich Männer und Frauen genau durch sie. Drittens kann ein eingesperrter Mann nach einer Woche ein Objekt wohl nicht mehr erkennen, weil er sich vor Kummer betrunken hat. Und viertens weiß doch jeder Honk, dass Frauen mit Stress besser fertig werden. Weil sie es beispielsweise schaffen, den Teppich zu saugen und gleichzeitig die liegen gelassenen Socken zu entdecken.

Das fehlende Östrogen soll schuld sein, dass Männer sie selten wiederfinden? Auch wenn man ihnen die Socken im Laufe einer Woche immer wieder gezeigt hat? Zuletzt hatten Forscher erklärt, zu viel Testosteron (männliches Hormon) habe zur Finanzkrise geführt. Vielleicht sollten sich die Forscher wieder einem ernsthaften Gebiet zuwenden. Beispielsweise der Frage, warum Hummeln rückwärtsfliegen können.