Wie den Briten der Schnabel wächst

Ein Wissenschaftler aus Sheffield sagt: In ein paar Millionen Jahren werden Zahnbürsten überflüssig

Seit dem Verlust ihres Empires haben sich die Briten bekanntlich anderen segensreichen Tätigkeiten zugewandt. Sie werfen leidenschaftlich Gummistiefel, packen ihre Kartoffelchips liebevoll in Zeitungen ein (inzwischen offiziell verboten) und lesen ein wenig die Mails ihrer europäischen Nachbarn.

Manche kümmern sich auch um die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Zum Beispiel um die Frage, ob Menschen nicht mit einem Schnabel weit besser gedient wäre als mit der üblichen dentalen Ausstattung. Dr. Gareth Fraser von der Universität Sheffield vertrat im „Daily Telegraph“ die erfrischende Auffassung, dass so ein Schnabel einfach robuster und praktikabler wäre. Zudem würde er keine Karieslöcher bekommen und auch nicht ausfallen – was bedenkenswerte Vorteile sind. Nach Ansicht des Forschers sei es daher vorstellbar, dass der Mensch einen Schnabel entwickeln könnte. Diese Evolution werde aber einige Millionen Jahre in Anspruch nehmen. Sie, lieber Leser, können also ruhig noch die Anschaffung einer neuen Zahnbürste erwägen.

Als Vorbild hat Dr. Fraser den Kugelfisch im Auge, einen Meeresbewohner, der aussieht wie eine Mischung aus einem Fußball und einer Schachtel Stricknadeln. Ihn entstellt auch die evolutionäre Anschaffung eines Schnabels nicht mehr wesentlich; bei Heidi Klum wäre das schon etwas anderes.

Eine weitere bahnbrechende Erkenntnis verdanken wir der 20-jährigen Forschungsarbeit der Universität Bristol. Deren Professorin Christine Nichol enthüllte im „Independent“, dass frisch geschlüpfte Hühnerküken frisch geschlüpften Babys intellektuell weit überlegen seien. So hätten 93 Prozent der Küken in Experimenten eine Aufgabe in Sachen Selbstdisziplin – es gibt umso mehr Futter, je länger man mit dem Fressen wartet – im Gegensatz zu Babys bravourös gemeistert. Nun fragt sich, ob es sonderlich intelligent wäre, wenn ein Baby erst hungert, um dann so viel zu essen, dass ihm schlecht wird. Küken haben eben andere Probleme. Bricht ein Fuchs morgens in den Stall ein und ruft: „Raus aus den Federn!“