Herbert Rische

Rentenchef will nicht in Rente

Christoph Rybarczyk

Versicherungspräsident Herbert Rische wurde 65 - und arbeitet einfach weiter, als sei nichts gewesen

Natürlich kennt Herbert Rische (Foto) alle Witze über den gemeinen Staatsdiener. Beamtenmikado: Wer sich zuerst bewegt, hat verloren. Haha. Oder die Beamtenhymne von George Michael: Wake me up, before you go go. Da brüllt ja der Amtsschimmel. Herbert Rische ist kein einfacher Beamter - in jeder Hinsicht. Er ist der Präsident der Deutschen Rentenversicherung, Besoldungsgruppe B 10, 11 000 Euro im Monat. Bis Oktober hätte er arbeiten müssen. Aber trotz 65 Jahren will er einfach nicht in Rente gehen.

Seine Rente? Interessiert ihn doch nicht. Risches Vertrag wurde von der Selbstverwaltung der Rentenversicherung bis 2017 verlängert. Nur Frau Ministerin zierte sich. Jetzt gab Ursula von der Leyen (CDU) Rische doch zwei Jahre obendrauf. Er hätte gerne in die Rentenkasse eingezahlt, durfte als Beamter aber nicht. Von der Leyens Zuschussrente fand er erst blöd. Dann seufzte er: Na, wenn's der Schäuble bezahlt ...

Jura-Doktor Rische ist preußisch korrekt, der Beste auf diesem Posten. Er verteidigt die gesetzliche Rente, als hätte er und nicht Bismarck sie erfunden. Rische ist der Charlie Watts der Sozialversicherung. Wie der unbeirrbare Schlagzeuger der Rolling Stones knüppelt er den Takt für jeden noch so irren Rentenexperten vor. Er integrierte das Private ins Gesetzliche: die Riester-Rente, die Rürup-Rente. Nur die Rische-Rente, die wird's nie geben. Das ist die, wenn man einfach weiterarbeitet.