Dinkelkekse grenzen aus

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Alexander Schuller

Ernstfall Pausenhof: Warum der Inhalt einer Schultüte über eine erfolgreiche Schullaufbahn entscheidet

Für mehrere Tausend Hamburger Kinder ist die Zeit des chronischen Abhängens ab morgen vorbei. Aber wer in die leuchtenden Augen der Abc-Schützen blickt, merkt schnell, dass die heranwachsende Blüte unseres Landes förmlich darauf brennt, in die Schule zu gehen. Wenn da bloß nicht die Erwachsenen wären, die dieses Feuer der kindlichen Begeisterung zum Leidwesen von Kinderpsychologen häufig mit moralinsauren Kommentaren ersticken: "Tja, Lukas (Anna, Kevin, Marcel, Jennifer ...)", heißt es dann, "morgen beginnt für dich der Ernst des Lebens!"

Um dieses zumeist selbst erlebte "Trauma Schule" von vornherein abzumildern, haben die Erwachsenen die Schultüte erfunden; eine ziemlich runde Sache, nach unten spitz zulaufend, wie ein zu groß geratenes Partyhütchen. Sie soll den Kindern den Einstieg in den bitteren Schulalltag versüßen.

Das funktioniert aber in der Regel nur dann, wenn der Inhalt einer solchen Schultüte auch schulhoftauglich ist, damit nicht schon die erste große Pause zum Höllentrip wird.

Denn zur perfekten Schulkarriere gehören weit mehr als Fleiß, Disziplin, Konzentrationsfähigkeit und Ritalin: Allseits beliebte Kinder, die sich schon am ersten Schultag eine Leadership-Funktion sichern, bleiben weniger häufig sitzen, schließen diesen Lebensabschnitt im Durchschnitt erfolgreicher ab und machen später auch schneller Karriere. Deshalb sollten Sie beim Befüllen der Schultüte auf alles verzichten, was irgendwie zu einer Ausgrenzung Ihres Kindes führen kann. Bloß keinen gesunden, nahrhaften Naschkram aus ballaststoffreichem Getreide in die Tüte hineinpacken, sondern extra zuckerhaltige, knisternde und farbstoffreiche Süßigkeiten. Dasselbe gilt natürlich ebenfalls für sämtliche Schulaccessoires: Denn es kommt einzig und allein auf die Popularität der Motive an und nicht etwa auf die Qualität der handgegerbten Federtasche aus Leder. Unterstützen Sie die enorme Anpassungsfähigkeit Ihres Kindes an den Massengeschmack, und achten Sie deshalb wirklich nur auf angesagte Markenartikel - auch wenn Sie die selbst scheußlich finden.