EU-Glühbirnenverbot

Hinters Licht geführt

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Als Protest gegen das EU-Glühbirnenverbot verkauft ein Ingenieur leuchtende "Miniheizungen".

Es liegt in der Natur von Glühbirnen, ab und zu aus der Fassung zu geraten. Beim Rausschrauben kann man sich sogar die Finger verbrennen - und auf die Idee kommen, dass die Lampe eigentlich nichts anderes ist als eine Art Heizkugel, neudeutsch "Heatball".

Unter dieser Bezeichnung hat ein Ingenieur aus Niederzier bei Düren (Nordrhein-Westfalen) monatelang "die beste Erfindung seit der Glühbirne" übers Internet ( www.heatball.de ) angeboten, alternativ mit 75 oder 100 Watt Leistung. Der Heatball sei ein "Kleinheizgerät, keine Lampe, passt aber in die gleiche Fassung", meint Ingenieur Siegfried Rotthäuser. Dass sein Produkt "optisch einer Glühbirne ähnlich" sei, nimmt ihm die Bezirksregierung Köln übel. Die Beamten vermuten hinter dem Kleineinheizer den dreisten Versuch, das europaweite Verbot der guten alten Glühlampe auszuschalten.

Zwar dürfen hierzulande noch Restbestände verkauft werden. Aber neue Lieferungen an den Handel oder gar Nachschub von chinesischen Produzenten, den Partnern des Düsentriebs aus Düren, sind tabu. Deshalb hat der Zoll am Flughafen Köln/Bonn gerade 40 000 Miniheizungen kaltgestellt. Die Bezirksregierung hat auf 20 Seiten "Ordnungsverfügung" das "Inverkehrbringen der Heatballs 100W/75 W matt und klar untersagt". Wobei sich "matt und klar" auf die glühbirnenähnlichen Heizkörper bezieht und nicht darauf, in welcher Weise die Ordnungsmacht hier verbieten will.

Der findige Ingenieur sieht dennoch ein Licht der Hoffnung. Vor dem Verwaltungsgericht Aachen streitet er jetzt für sein Kleinheizgerät, dessen "Lichterzeugung lediglich eine technisch bedingte Nebenfolge" sei.

Nicht mal um Gewinnerzielung gehe es ihm, betont sein Anwalt. Die Birnen kosten 1,69 Euro das Stück, 30 Cent davon gehen an ein Projekt zum Schutz des Regenwaldes. Sollten die Richter trotzdem skeptisch sein, bietet der Anwalt ein weiteres Argument. Das Ganze sei ein Kunstprojekt - aus Protest gegen unsinnige EU-Vorgaben. Da müsste doch jedem Richter ein Licht aufgehen!