Manieren

Igel in der Hose

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Die deutschen Liebestöter. Von tierischen Abtörnern und bebilderten Fleischereifachverkäuferinnen.

Wie tötet Mann die Liebe auf den ersten Blick? In langen Feinripp-Unterhosen mit dem praktischen Eingriff. Glücklicherweise bleibt dieser Anblick vielen Frauen erspart, weil mancher Mann schon bei der ersten Verabredung die Hosen runterlässt und die Romantik gnadenlos wegrülpst. Weitere Dates kann er danach natürlich kniggen.

Mangelnde Manieren erschweren nämlich die Partnersuche, so das völlig überraschende Ergebnis einer Umfrage unter 2300 Alleinstehenden. 43 Prozent der Damen halten es für einen unverzeihlichen Schnitzer, wenn der Mann im Restaurant Messer und Gabel für Dekoration hält. Von den Herren der Schöpfung stören sich dagegen 73 Prozent überhaupt nicht an schlechtem Benehmen. Weder am eigenen noch an dem der Tischdame, was die Männer im Zweifel gar nicht bemerken.

Dafür findet es jeder fünfte Mann tierisch unsexy, wenn das Wohnzimmer der Angebeteten einer Zoohandlung ähnelt. Apropos putzige Kleintiere: Frauen hassen es, wenn Typen einen Igel in der Tasche mit sich rumschleppen. Was so viel heißt wie: Jeder Griff Richtung Portemonnaie schmerzt ihn sehr. Es ist paradox - Frauen achten aufs Geld, lehnen aber Männer ab, die auf den Cent genau das tun.

Eine neue Nase vom Änderungsfleischer wäre für die jeweilige Partnerin auf gar keinen Fall drin. Ein teures Tattoo wohl auch nicht. Frauen, deren Leben Spuren auf der Haut hinterlassen hat, finden 13 Prozent der Männer aber ohnehin nicht attraktiv. Ausnahmen: jener Bauer, der gerade Frau sucht und sich für die hoch-bebilderte Fleischereifachverkäuferin Moni entschieden hat. Und natürlich Bundespräsident Christian Wulff, der das Tribal-Tattoo seiner und unserer First Lady bekanntlich ziemlich "cool" findet.

Gut, wahrscheinlich kommt es auch immer darauf an, wer tätowiert ist. Entscheidend sind bei der Partnerwahl schließlich nicht Äußerlichkeiten, sondern vor allem innere Werte. Eine ganz neue und äußerst gewagte These. Aber die revolutionäre Studie, die das belegt, folgt bestimmt.