Rolli-Comeback

Ein Minister hat entbunden

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Dank Baron zu Guttenberg gilt jetzt aber "Rolli reloaded": Damit kommt die Politik endlich auch mal an der Basis an.

Nun hat Karl-Theodor zu Guttenberg also richtig was am Hals. Nein, nicht die Problemchen am Hindukusch. Es geht um etwas, das ihm dieser Tage auf die Haut geht: der Rollkragenpulli. Ob schwarz, braun, grau - der Minister macht Politik in wollener Halskrause.

Für diese Masche muss er sich wahrlich nicht verteidigen: Es ist Winter, da darf man sich auch mal den Strick geben. Stilkritiker bejubeln außerdem, dass endlich mal ein Mann entbunden hat. Den Schlips, versteht sich.

Ausgerechnet bei den Christdemokraten geht der Rock 'n' Rolli ab. Nehmen wir den saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller, der sein karibisches Temperament meistens zügeln kann. Doch zur Besiegelung der "Jamaika-Koalition" schlug Müller im Pulli auf. Die Grünen machten dagegen dreiteilig einen auf Polit-Establishment.

Nein, wir wollen niemandem auf den Schlips treten. Schon allein, weil Eckart von Hirschhausen Krawattenmann des Jahres 2009 ist. Eine schöne Ehre, auf die man sich getrost einen einbinden darf. Bloß "sexiest man" wird Mann damit nicht. Guttenberg weiß eben, was Wählerinnen wollen: einen schwarzen Rolli am Mann, sagen 68 Prozent der Frauen in einer aktuellen Umfrage.

Dabei hatten beide Geschlechter jahrelang einen Hals, weil sie diese Pullis wenig anziehend fanden. Wie eine Schildkröte sehe man darin aus - weshalb das Ding im angelsächsischen Raum konsequent "Turtleneck" heißt.

Dank Baron zu Guttenberg gilt jetzt aber "Rolli reloaded": Damit kommt die Politik endlich auch mal an der Basis an. So einen Pulli hat schließlich jeder im Schrank, oder?