Zapp den Erreger

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Christoph Rind

Forscher suchten nach Bakterien in Hotelzimmern. Die meisten fanden sie auf der TV-Fernbedienung

Seit Werbewaschfrau Clementine im Fernsehen der 70er-Jahre ein für alle Mal den Unterschied zwischen sauber und rein definiert hat, ist Hygiene das Lieblingswort der Urlauber. In jeder zweiten Hotelbeschwerde geht es um mangelnde Sauberkeit. Da lohnt die Frage: Wo lauern die meisten Bakterien? Das konnten bisher selbst die Reinigungskräfte vor Ort nur vermuten.

Aber jetzt herrscht Klarheit. Denn Mikrobiologen der Uni Houston (USA) sind mit Mikroskop auf Mikroben losgegangen - an jeweils 19 typischen Stellen in Hotelzimmern. Auf ihrer Jahrestagung in San Francisco haben sie verraten, wo sie die meisten Erreger entdeckten.

Wer auf Klobrille oder Kopfkissen spekuliert hat, kann sich erst mal beruhigt hinlegen oder aufs stille Örtchen zurückziehen. Gefährlich wird's in der Suite erst, wenn der Fernseher eingeschaltet wird. Denn auf der Fernbedienung fanden die Wissenschaftler die meisten Bakterien. Ebenso viele tummelten sich nur noch am Schalter der Nachttischlampe. Sie warten dort wohl, dass es endlich dunkel wird. Denn manche Mini-Erreger sind extrem lichtempfindlich.

Ob unter den Mitbewohnern auch Krankheitserreger waren, haben die Wissenschaftler nicht im Detail untersucht, nur die jeweiligen Gesamtzahlen der Keime. Die seien ein Indiz für mögliche Gesundheitsgefahren.

Außerdem ist die Studie erst der Anfang eines ursprünglich von der Nasa entwickelten Projekts über biologische, chemische und physikalische Risiken. Für die Hotels bliebe als Abfallprodukt am Ende vielleicht die Empfehlung, wo das Zimmerpersonal in Zukunft noch gründlicher schrubben sollte. Vorausgesetzt, es muss in einer Acht-Stunden-Schicht nicht mehr als 16 Räume herrichten. Sonst bleibt schlicht keine Zeit, gründlich zu feudeln.

Hier noch ein Tipp für alle: unbedingt am Putzschwamm schnuppern! Wenn der müffelt, ab in die Waschmaschine. Mindestens 60 Grad einstellen. Über alles andere lächeln Bakterien nur. So wie die kluge Clementine.