Thema

1952

Jetzt jeden Montag an dieser Stelle:Ausgewählte Abendblatt-Titelseiten aus dem Buch „70 Jahre Hamburger Abendblatt“ spiegeln die Geschichte wider. Ein begleitender Text zum Ereignis des Tages sowie die Chronik runden den Blick auf das ausgewählte Jahr ab

„Eine Zeitung mit Herz, eine Zeitung, die den

Menschen in den Mittelpunkt stellt“ – das war Axel

Springers Vision für seine erste Tageszeitung – das

Hamburger Abendblatt. Am 12. Juli 1948 hielt Springer

die offizielle Lizenz Nr. 1 für das „Hamburger

Abendblatt“ in den Händen. Am 13. Oktober sollte

es so weit sein, doch Springer war abergläubisch und

verschob den Starttermin für sein Abendblatt auf

den 14. Oktober, einen Donnerstag. Die erste Ausgabe

hatte nur einen Umfang von acht Seiten und eine

Auflage von 60.000 Exemplaren. An diesem Abend

interviewte Hermann Rockmann den Verleger im

NWDR und fragte: „Und was ist das Charakteristikum

ihrer Zeitung?“ Springer antwortete: „Eine

Zeitung mit Herz, eine Zeitung, die den Menschen

in den Mittelpunkt ihrer ganzen Betrachtung stellt.

Eine Zeitung, die dem Menschen volle Entwicklungsfreiheit

wünscht. Wir suchen die vernünftigen

Stimmen, ob sie von links, von rechts oder aus der

Mitte kommen. Übrigens – wir hassen Langeweile,

wir versuchen eine Zeitung zu machen, die knapp

und kurz informiert, eine Zeitung, die von der ersten

bis zur letzten Seite interessant ist und vielleicht,

wenn ich‘s hier einmal sagen darf, auch besonders

die Frau interessieren wird.“ Chefredakteur war

damals Wilhelm Schulze, der weil er für Ullstein

einige Jahre als Korrespondent in Japan war auch

„Tokio-Schulze“ genannt wurde.