Hamburg

Polizei sucht Zeugen: Mehr als 1000 Dateien eingegangen

Hamburg.  So große Resonanz auf einen Zeugenaufruf gibt es selten: Nachdem die Polizei die Bürger gebeten hatte, ihre mit dem eigenen Handy gefilmten Straftaten auf einem Hinweisportal der Polizei hochzuladen, waren binnen weniger Stunden mehr als 1000 Film- und Fotodateien eingegangen. Am Sonntag kamen Dutzende weitere Videos und Bilder dazu.

Per Kurznachrichtendienst Twitter hatte die Hamburger Polizei nach den schweren Ausschreitungen zu dieser Aktion aufgerufen. Dafür wurde die Internetseite www.hh.hinweisportal.de freigeschaltet. Auf dieser Seite können Fotos und Videos von Straftaten im Zusammenhang mit den G20-Krawallen hochgeladen werden, heißt es. Dabei können die Absender ihren Namen angeben und die Situation schildern, in der die Bilder entstanden sind. Es sei aber auch möglich, anonyme Hinweise zu geben. Die Polizei forderte dazu auf, nur eigene und selbst erstellte Bilder hochzuladen. YouTube und andere Quellen würde sie selbst auswerten. Polizeibeamte sind derzeit mit Hochdruck dabei, das digitale Material zu sichten und zu katalogisieren.

Das Hinweisportal, das längst dem Bundeskriminalamt in Einzelfällen bei der Fahndung hilft, wird nur anlassbezogen für einen gewissen Zeitraum bereitgestellt und ist ansonsten nicht aktiv beziehungsweise nicht erreichbar, so das BKA. Linksautonome Akteure kritisieren unterdessen die Hinweisplattform. „Durch ihren Aufruf zu Denunziation und Verrat provozierte die Polizei eine private ,Online-Hetzjagd‘, heißt es in der Szene. (esh)

Internetseite www.hh.hinweisportal.de