Hamburg

„Ansehen weltweit beschädigt“

FDP verlangt neues Kommunikationskonzept. SPD macht sich keine Sorgen

Hamburg.  Eigentlich sollte der G20-Gipfel schöne Bilder von Hamburg liefern und für weiteren Aufschwung im Tourismus sorgen. Doch es kam anders, vor allem die Aufnahmen von Straßenschlachten und brennenden Autos gingen um die Welt. Ist das ein Imageschaden für Hamburg? Werden Touristen von den Krawallen abgeschreckt? In den vergangenen Jahren wurde die Stadt immer attraktiver für Gäste. Allein im ersten Quartal 2017 zählten die Hotels mehr als 2,7 Millionen Übernachtungen.

„Die Bilder vom Wochenende haben Hamburgs Ansehen in der Welt stark beschädigt. Statt der Impressionen einer Stadt, die zum Besuch einlädt, standen Krawalle im Mittelpunkt vieler internationaler Berichterstattungen“, sagt FDP-Tourismusexperte Michael Kruse. Der Senat werde nun ein Kommunikationskonzept präsentieren müssen, um das ramponierte Image der Stadt bei potenziellen Touristen wieder aufzubauen. Andernfalls würden die Krawalle vom Wochenende auch noch einen langfristigen negativen Effekt auf die Tourismuswirtschaft haben. Auch der Chef des Hamburger Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga, Franz Klein, hat Sorge: „Es ist sehr schade, dass diese Bilder von Hamburg um die Welt gingen. Ob sich das negativ auf den Tourismus auswirkt, wird sich zeigen.“

Entspannter sieht Hamburgs Tourismus-Chef Michael Otremba das Thema: „Es gibt aktuell Wichtigeres als die Betrachtung der Imagewerte der Stadt. Die Täter aus allen Teilen Europas haben großen Schaden hinterlassen, aber weniger für das positive Hamburg-Bild in der Welt“, so der Chef der Hamburg Tourismus GmbH. Ein großer Dank gelte den Sicherheitskräften, die die Stadt und ihre Werte verteidigt haben. Das, was Hamburg auszeichne, seien die Menschen, die nun in ihrer Stadt auf die Straße gehen, aufräumen und damit zum Ausdruck bringen, wofür Hamburg steht. „Diese Bilder von grenzenloser Gewalt sind schrecklich“, sagt SPD-Tourismusexpertin Dorothee Martin. Aber von einem Imageschaden für Hamburg will sie nicht sprechen. „Denn die Hansestadt ist normalerweise eine friedliche Metropole – und das wissen die Touristen zu schätzen.“