Hamburg

Freier Eintritt in Museen war ein gern genutztes Angebot

Hamburg. Der G20-Gipfel ist vorbei, und die Bürger, die Kultur, erobern am Sonntag bei bestem Wetter die Innenstadt zurück. Und wie im Mai vom Senat versprochen, ist der Eintritt in die städtischen Museen, in die Häuser der Kunstmeile und in viele freiwillig an der Aktion teilnehmenden privaten Ausstellungen frei.

Ob ein Rundgang durch Deichtorhallen, Kunsthalle, Museum für Kunst und Gewerbe oder Hamburgmuseum die aufgeregten, empörten, enttäuschten oder ratlosen Gemüter der Hamburger beruhigt und für die „Unannehmlichkeiten“ der letzten Tage entschädigt, darf bezweifelt werden. Aber die „schöne Möglichkeit, sich nicht nur die Ausstellungen anzusehen, sondern auch dar­über miteinander ins Gespräch zu kommen, wie wir miteinander leben wollen“, wie Kultursenator Carsten Brosda im Vorfeld sagte, wird gern genutzt.

So herrscht zum Beispiel im Bucerius Kunst Forum am Rathaus äußerst reges Kommen und Gehen. Die expressionistischen Figurenbilder, Stillleben und Landschaften von Max Pechstein (1881–1955) lassen sowohl viele Hamburger als auch Touristen kurz in Fernen von Pommern bis Palau schweifen.

Und vom anderen Ende des Rathausmarktes dringen bekannte Töne her­über: Die Junge Norddeutsche Philharmonie, Tonali, Pulse of Europe und der schwedische Dirigent Daniel Blendulf bilden mit Passanten den „Symphonic Mob Europe“. Gemeinsam präsentieren sie den letzten Satz aus Beethovens 9. Sinfonie mit dem Schlusschor „Ode an die Freude“. Sie spielen nicht für geladene Eliten, sondern für alle.