Hamburg

Wie sich AfD-Wähler von anderen unterscheiden

Wunsch nach starker politischer Führung sehr ausgeprägt

Hamburg. Die Wähler der AfD unterscheiden sich nicht nur in der Einschätzung politischer Sachfragen deutlich von denen anderer Parteien – sie haben in Teilen auch eine grundsätzlich andere Weltsicht. Auch dies ist ein Ergebnis der Umfrage der Universität Hamburg (siehe oben und Seite 1).

„Um noch mehr über die Wählerschaft der AfD zu erfahren, haben wir die Befragten gebeten, eine Reihe von Fragen zu beantworten, mit denen nationalistische und rechtsextreme Einstellungen identifiziert werden“, so die Autoren der Studie. So stimmten 36 Prozent der befragten AfD-Wähler der Aussage zu „wenn Arbeitsplätze knapp werden, sollte man die Ausländer wieder in ihre Heimat zurückschicken“. Bei den Anhängern der anderen in der Bürgerschaft vertretenen Parteien waren es lediglich neun Prozent.

59 Prozent der befragten AfD-Wähler stimmten auch diesem Satz zu: „Auch heute ist der Einfluss von Juden groß“ (andere Bürgerschaftsparteien: 16 Prozent). Immerhin 36 Prozent der AfD-Anhänger unterstützen die Aussage „Wir sollten einen Führer haben, der Deutschland zum Wohle aller mit starker Hand regiert“ (übrige: sieben Prozent). 40 Prozent der AfD-Wähler finden, „der Nationalsozialismus hatte auch seine guten Seiten“ (übrige: sechs Prozent), und 22 Prozent stimmen dem Satz zu „Es gibt wertvolles und unwertes Leben“ (übrige: 14 Prozent). Genau jeder vierte befragte AfD-Wähler hält die Deutschen für ein überlegenes Volk: 25 Prozent stimmen der Aussage zu: „Andere Völker mögen Wichtiges vollbracht haben, an deutsche Leistungen reicht es aber nicht heran.“

Für die Autoren der Umfrage zeigt dies die Nähe von Teilen der AfD-Klientel zum Extremismus. „Alles in allem kann festgestellt werden, dass die Wählerschaft der AfD tendenziell häufiger den Aussagen zustimmt, mit denen rechtsextreme Einstellungen identifiziert werden“, schreiben sie in der Untersuchung. „Sie neigt häufiger als die Wähler der anderen Parteien zu verschwörungstheoretischen und antisemitischen Ansichten. Zugleich äußern die Befürworter der AfD häufiger den Wunsch nach einer starken Führungsfigur und neigen zur deutlich positiveren Bewertung der NS-Diktatur.“

Wenig überraschend ist dagegen der Unterschied bei einem der AfD-Hauptthemen. 78 der Prozent der befragten AfD-Wähler gaben an, sie würden über eine Flüchtlingsunterkunft in der Nachbarschaft wütend werden. Bei den Wähler der übrigen Bürgerschaftsparteien waren es 20 Prozent – im Gesamtdurchschnitt aller Wähler 24 Prozent.