Wie funktioniert eigentlich ... ein MP3-Player?

Immer kleiner, immer mehr Funktionen - die Nachfolger des Walkman haben Kassettengeräte und CD-Player mittlerweile fast völlig verdrängt.

"Die MP3-Technologie beruht auf Erkenntnissen der Psychoakustik", erklärt Chang-Hun Jo, Geschäftsführer der JP Global Markets GmbH, die in Deutschland unter anderem die Geräte des koreanischen MP3-Spezialisten Cowon Systems vermarktet. "Es wurde untersucht, welche Tonfelder unter bestimmten Bedingungen wahrgenommen werden. Alles andere wird herausgeschnitten, wodurch eine bis zu zehnfache Verkleinerung des zugrunde liegenden CD-Datenmaterials erreicht wird. Mittlerweile gibt es eine Unmenge anderer Dateitypen, die Bezeichnung MP3-Player ist dessen ungeachtet weiter gebräuchlich."


Wie ist ein solches Gerät aufgebaut?

"Die meisten Player haben heute ein farbiges LCD-Display. Organische Leuchtdioden oder OLEDs haben sich bisher hauptsächlich wegen der kurzen Lebensdauer nicht durchgesetzt. Die Bedienungselemente reichen von Steuertasten über Joysticks bis hin zu berührungsempfindlichen Bildschirmen. Als Speichermedium dienen Flashspeicher oder Festplatten. Letztere bieten wesentlich mehr Speicherplatz, werden aber wegen des hohen Energieverbrauchs und des Verschleißes mittel- bis langfristig aussterben. Flashspeicher ist zwar teurer, ist aber unempfindlich gegen Erschütterungen. Ein wichtiges Bauteil ist schließlich der Tonchip. Er wandelt komprimierte Daten für die Tonausgabe in analoge Töne um. Je besser der Tonchip, desto besser der Klang."



Also sind teurere Player automatisch besser?

"Sie können davon ausgehen, dass in Geräten unter 100 Euro ein billiger Soundchip verbaut ist. Markenhersteller, die sich wie Cowon Systems auf audiophile Hörer spezialisiert haben, bieten hier mehr Qualität. Vor dem Kauf sollte man deshalb immer testen."



Was dadurch erschwert wird, dass den Playern zumeist preisgünstige Kopfhörer beiliegen . . .

"Um marktfähige Preise zu erzielen, sind die Kopfhörer meist eher mittelmäßig. Anspruchsvolle Hörer sollten auf ein Modell von einem spezialisierten Hersteller zurückgreifen, auch beim Testen des Players vor dem Kauf. Als Akkus werden bei MP3-Playern meistens Lithium-Polymer oder Lithium-Ionen verwendet, die bei richtiger Handhabung bis zu 3000-mal aufgeladen werden können. Gute Hersteller bieten für ihre Geräte einen Austauschservice zum fairen Preis an - auch das unterscheidet Markengeräte von No-Name-Produkten."



Was bringt die Zukunft?

"Die Entwicklung von Funktionen ist so gut wie abgeschlossen. Radio und Video sind Standard, es gibt bereits Player mit TV-Empfang. Heute geht es vor allem darum, Vorhandenes weiter zu verbessern. Bei der Vernetzung mit anderen Geräten wird sicher noch einiges passieren. Ob jedoch Player mit Handy- oder Navigationsfunktion eine Zukunft haben werden, entscheiden letztlich die Kunden."



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