Berlin. Der ESC ist ein Mega-Event – und dementsprechend teuer. Doch ist Deutschland wirklich der Zahlmeister? So viel zahlt das Land wirklich.

  • Der Eurovision Song Contest ist die größte Musikshow der Welt
  • Um diese auf die Beine zu stellen, wird eine Menge Geld ausgegeben
  • Lesen Sie hier, wie viel Deutschland für den ESC 2024 zahlt

Immer, wenn Deutschland beim ESC mal wieder schlecht abschneidet, kommt die Debatte neu auf: Lohnt es sich überhaupt noch, am Wettbewerb teilzunehmen? Zumal, so die Behauptung, Deutschland besonders viel für den Eurovision Song Contest zahlt. Deutschland also als Zahlmeister? Wir haben nachgerechnet: So viel kostet der ESC 2024 wirklich.

25 Millionen für den ESC: So viel kostet der Eurovision Song Contest insgesamt

Der ESC ist eine teure Angelegenheit – allerdings vor allem für das Gastgeberland. Wie „eurovision.de“ berichtet, werden nämlich nur rund 6,2 Millionen Euro der Kosten durch die Europäische Rundfunkunion (EBU), die den ESC organisiert, zur Verfügung gestellt. Das Geld dafür wird unter anderem über die Gebühr, die alle Teilnehmerländer bezahlen müssen, eingenommen.

Den deutlich größeren Anteil trägt jedoch das Land, in dem der Eurovision Song Contest stattfindet – die Rede ist von 10 bis 20 Millionen Euro. Das Geld wird unter anderem durch Sponsoring eingebracht, oft finanziert die jeweilige Rundfunkanstalt aber auch einen Teil aus ihrer eigenen Tasche. Kein Wunder also, dass vor allem kleinere Länder gar nicht so erpicht sind, den ESC zu gewinnen. Schließlich müssten sie sich im Folgejahr in hohe Unkosten stürzen.

Kosten für den ESC – Wie viel zahlt Deutschland?

Doch schon allein die Teilnahme am ESC kostet – Länder wie Nordmazedonien oder Montenegro verzichten deshalb aktuell darauf. Denn pro Land wird eine Gebühr fällig. Wie hoch diese ausfällt, ist von Land zu Land unterschiedlich und hängt unter anderem mit der Größe des jeweiligen TV-Senders zusammen. So zahlte Nordmazedonien 2022 nur knapp unter 40.000 Euro, Deutschland dagegen über 400.000.

Und 2024? Wie unsere Redaktion vom NDR erfuhr, beträgt die Startgebühr in diesem Jahr 454.905 Euro. Damit gehört Deutschland tatsächlich zu den Top-Geldgebern. Als eine Art „Belohnung“ dafür wird die Bundesrepublik zu den sogenannten „Big Five“ gezählt, die wegen ihrer hohen Zahlungen immer für das ESC-Finale gesetzt sind.

ESC 2024: Datum, Veranstaltungsort, Sender und Chancen

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    Doch die Teilnahmegebühr ist längst nicht alles, was Deutschland für den Eurovision Song Contest ausgibt. Hinzu kommen unter anderem:

    • Kosten für den ESC-Vorentscheid
    • Ausgaben für den Auftritt, zum Beispiel für Tänzerinnen und Tänzer, Bühnen-Outfits und Choreografen
    • Produktionskosten für das ESC-Rahmenprogramm wie den ESC-Countdown im Ersten
    • Honorare für Mitarbeiter in Malmö sowie Ausgaben für deren Unterbringung und Verpflegung

    Wie viel für diese Posten ausgegeben werden, will der NDR nicht angeben und verweist unter anderem auf Verschwiegenheitsklauseln in Verträgen. „Wir bitten um Verständnis, dass aufgrund der Vielzahl und Unterschiedlichkeit der Angebote eine Nennung von Produktionskosten unseriös wäre, da schon untereinander nicht vergleichbar“, heißt es auf Nachfrage.

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    Lohnen sich die Kosten für den ESC?

    Wie viel Deutschland genau für den Eurovision Song Contest ausgibt, lässt sich daher nicht genau beantworten. Als Anhaltspunkt kann jedoch Spanien herangezogen werden: Der Fernsehsender RTVE musste nach einem Gerichtsurteil veröffentlichen, wie viel er für den ESC 2015 ausgegeben hatte. Konkret handelte es sich um 396.918,47 Euro, wovon 286.873 Euro als Teilnahmegebühr an die EBU gezahlt wurden. Geht man davon aus, dass Deutschland neben der Gebühr ähnlich viel für den ESC ausgibt wie Spanien und die Kosten inflationsbedingt seit 2015 gestiegen sind, dürften die Gesamtkosten 2024 bei rund 600.000 Euro liegen.

    Im Vergleich zu anderen TV-Produktionen ist das allerdings erstaunlich wenig. Schließlich umfasst der ESC das große Finale und die zwei Semifinal-Shows und damit insgesamt rund acht Stunden TV-Programm. Zum Vergleich: Ein 90-minütiger „Tatort“ kostet laut „t-online“ 1,5 bis 1,7 Millionen Euro. Die Produktion einer „Wetten, dass..?“-Ausgabe verschlang schon vor zehn Jahren bis zu 2,5 Millionen Euro. Der ESC ist für die ARD dagegen ein echtes Schnäppchen.