Berlin / Leiferde. Der Fund eines Tigerpythons sorgte in Berlin für Aufsehen. Was normalerweise in Deutschland mit solch exotischen Tieren passiert.

Mitte Februar sorgte der Pfund eines Tigerpythons in Berlin für Aufsehen. Mitten in einer deutschen Großstadt solch ein exotisches Tier? Die Schlange war vermutlich schon tot im Park Hasenheide abgelegt worden, noch immer ist nicht bekannt, von wem. Der Fall machte aber deutlich, dass es auch in Deutschland einige exotische Tiere gibt. Das Nabu-Artenschutzzentrum in Leiferde bei Gifhorn nimmt normalerweise solch seltene Tiere auf und stellte zuletzt seine Jahresbilanz vor.

Demnach seien im Jahr 2023 insgesamt 302 Exoten beschlagnahmt oder als ein sogenanntes Fundtier ins Artenschutzzentrum gebracht worden. Auch der Berliner Tigerpython wäre also dafür infrage kommen – wenn er noch lebendig gewesen wäre. Der Fall zeigt aber ein größeres Problem, das auch das Nabu-Artenschutzzentrum anmahnt: Die hohe Zahl an Fundtieren und deren schlechter Zustand zeigen deutlich, dass in Deutschland die Haltungsbedingungen solch exotischer Tiere sehr schlecht sind.

Exotische Tiere: Behördliche Kontrolle könnte noch verbessert werden

Joachim Neumann, Mitarbeiter im Artenschutzzentrum, sagt: „Da den Behörden aber nicht bekannt ist, wo und wie überall exotische Tiere gehalten werden, ist eine Kontrolle in fast allen Fällen nicht möglich.“ Er fordert deshalb eine behördliche Meldepflicht für Verkäufer und artspezifische Sachkundenachweise.

Insgesamt waren im vergangenen Jahr 3.656 Tiere aus 181 verschiedenen Arten im Zentrum betreut worden. Dazu gehören vor allem verschiedene Arten von Vögeln, aber auch Säugetiere wie Igel, Eichhörnchen oder Siebenschläfer. Wie Leiterin Bärbel Rogoschik mitteilte, zeigte die Gesamtbilanz im Vergleich zu den Vorjahren zum zweiten Mal in Folge einen leichten Rückgang an Pflegetieren.

nel/dpa