RKI-Studie

36,5 Millionen Deutsche gehören zur Corona-Risikogruppe

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Spahn- Arztpraxen sollen baldestmöglich gegen Corona impfen

Spahn: Arztpraxen sollen "baldestmöglich" gegen Corona impfen

Jens Spahn (CDU) hat Corona-Impfungen durch Arztpraxen in Aussicht gestellt. Im April könnte besser abgeschätzt werden, wann dafür der richtige Moment sei, sagte Spahn in Berlin.

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Neue Studie des Robert Koch-Instituts: Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung über 15 Jahren gehört zur Covid-19-Risikogruppe.

Berlin. Nur ein Teil der Deutschen, die am Coronavirus erkranken, ist von einem schweren oder kritischen Krankheitsverlauf betroffen. Viele dieser Menschen haben ein hohes Alter erreicht oder leiden bereits an Vorerkrankungen. Bei Schutzmaßnahmen stehen sie besonders im Fokus. Eine neue Studie des Robert Koch-Instituts hat jetzt ermittelt, wie viele Deutsche ein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf tragen.

Wegen ihres Alters und Vorerkrankungen sind laut der RKI-Studie mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland über 15 Jahre der Risikogruppe für schwere Covid-19-Verläufe zuzurechnen. Wissenschaftler des RKI gehen in dieser Bevölkerungsgruppe von 36,5 Millionen Menschen mit erhöhtem Risiko aus, davon sehen sie 21,6 Millionen Menschen als Hochrisikogruppe. Das geht aus der am Mittwoch veröffentlichten RKI-Studie hervor.

Merkmale für schweren Corona-Verlauf: Vorerkrankungen und Alter

Als stark erhöht werten die Autoren das Corona-Risiko bei Menschen, die über 65 Jahre alt sind oder bestimmte Vorerkrankungen aufweisen (Diabetes mellitus, chronische Nierenbeschwerden, schwerste Form von Adipositas). Erhöhtes Risiko wird in der Studie bei Betroffenen mit einer Reihe weiterer Vorerkrankungen gesehen (darunter Bluthochdruck, Asthma sowie Herzinfarkt und Schlaganfall oder chronischen Folgebeschwerden). Zudem war der Hilfebedarf im Alltag ein Kriterium. Als Hauptrisikofaktor gelte mittlerweile ein höheres Lebensalter, schreiben die Autoren.

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Alleinlebende machen den größten Teil der Covid-19-Risikogruppe aus

Auch die Lebensform der Risikogruppen wurde untersucht. Sie unterscheiden sich deutlich. Der Anteil der Alleinlebenden steigt mit zunehmendem Risiko deutlich an. Unter Angehörigen der R

sikogruppe liegt er bei fast 46 Prozent, in der Hochrisikogruppe bei 53 Prozent. Insgesamt leben damit etwa 16,8 Millionen Menschen mit erhöhtem Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf allein im Haushalt.

Regional sind die Risiken der Studie zufolge ebenfalls ungleich verteilt. „Im Saarland und in den ostdeutschen Bundesländern leben anteilig die meisten Menschen mit einem erhöhten Risiko“, hieß es. Auch sind laut der Studie unter Menschen mit geringer Bildung größere Anteile der Risiko- und Hochrisikogruppe zuzurechnen als bei mittel und höher Gebildeten.

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Corona-Risiko: Für die RKI-Studie wurden 23.000 Menschen ab 15 Jahren befragt

Die Auswertung beruht auf einer Studie, für die rund 23.000 deutschsprachige Menschen ab 15 zwischen April 2019 und Oktober 2020 telefonisch befragt wurden. Ziel ist es, die Zahl dieser Personen in Deutschland zu bestimmen und nach Alter, Geschlecht, Bildung,Lebensform und Bundesland zu differenzieren. Die Definition eines erhöhten Risikos für einen schweren COVID-19-Verlauf erfolgte vornehmlich durch das Alter und die Vorerkrankungen der Befragten. (dpa/diz)