Storebælt in Dänemark

Nach Zugunglück mit sechs Toten: Deutsche Bahn will helfen

Gegenstand trifft Zug auf der Brücke über den Großen Belt. Güterzug von DB Cargo involviert. Leerer Lastwagen als Ursache?

Kopenhagen. Bei einem Zugunglück auf der Brücke über den Großen Belt (Storebælt) in Dänemark sind am Mittwochmorgen mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen und 16 weitere verletzt worden. Das teilte die Dänische Bahngesellschaft DSB mit.

Der Passagierzug war gegen 7.30 Uhr von einem Gegenstand getroffen worden und hatte hart bremsen müssen. Möglicherweise habe es sich um ein Teil eines entgegenkommenden Güterzuges gehandelt, berichteten dänische Medien.

Der Güterzug der Bahn-Tochter DB Cargo hatte Lastwagen mit Getränkekisten geladen. Fotos des Zuges zeigten am Mittwoch aufgerissene Planen und verrutschte Ladung auf den Lastwagen.

Deutsche Bahn sichert Unterstützung zu

Die 18 Kilometer lange Brücke über den Großen Belt und die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden wurden wegen heftigen Windes für den Autoverkehr gesperrt. Auswirkungen des Unglücks auf Zugverbindungen nach Deutschland sind nach Angaben der Deutschen Bahn nicht zu erwarten.

Die Bahn sicherte den Behörden vor Ort aber ihre Untersuchungen zu. Das sagte ein Konzernsprecher am Mittwoch in Berlin. "Wir sind sehr betroffen über das tragische Zugunglück", fügte er hinzu. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern und den Angehörigen." Zur Unfallursache wollte die Bahn sich nicht äußern und verwies auf die zuständigen Behörden.

Leerer Lastwagen als Ursache?

Bo Haaning von der zuständigen Unfallkommission sagte nach Angaben der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau, vermutlich sei ein leerer Lastwagen auf dem Güterzug umgekippt oder von dem Güterzug heruntergeweht worden. Der Trailer habe den entgegenkommenden Schnellzug entweder frontal oder seitlich gerammt. Genaueres zur Unfallursache gebe es aber noch nicht.

Seit dem Nachmittag könnten Fahrzeuge die Storebælt-Brücke in östlicher Richtung wieder mit verminderter Geschwindigkeit befahren, teilte die Polizei mit. Sie bat darum, keine Bilder vom Unglücksort zu machen.

Einer der wichtigsten Verkehrswege

Die Hängebrücke über den Storebælt verbindet die dänischen Inseln Fünen und Seeland (Sjælland) und ist damit einer der wichtigsten Verkehrswege Dänemarks. Auf Seeland liegt auch Kopenhagen.

Die Route für Zugreisende von Hamburg in die dänische Hauptstadt führt in der Regel allerdings über Puttgarden und den Fehmarnbelt nach Rødby auf Seeland.

Zuvor hatte das Sturmtief "Zeetje" bereits in weiten Teilen Skandinaviens zu Stromausfällen und Verkehrsbehinderungen geführt. Auch der Fährverkehr wurde durch den Sturm beeinträchtigt. In Schweden waren am Mittwochmorgen wegen umgestürzter Bäume mehr als 100.000 Haushalte ohne Strom.