Rust

Deutsche und französische Polizisten arbeiten zusammen

Rust. Neben dem Europa-Park in Rust bei Freiburg hat die Polizei nach monatelangen Planungen den bundesweit ersten deutsch-französischen Polizeiposten eröffnet. Die Wache werde in den Sommermonaten und damit zur Hauptsaison des Freizeitparks neben acht deutschen Beamten mit mindestens zwei Gendarmen aus Frankreich besetzt sein, teilte das Polizeipräsidium Offenburg am Dienstag zur Eröffnung mit.

Bislang gebe es zwar gemeinsame Aktionen und Streifen der deutschen und französischen Polizei. Eine dauerhaft gemeinsame Polizeiwache sei aber neu. Ähnliches gebe es nur an der deutsch-dänischen und der deutsch-niederländischen Grenze.

Mit einem Posten in der rund 4200 Einwohner zählenden Gemeinde reagiert die Polizei auf den Wachstumskurs des größten deutschen Freizeitparks, der jährlich rund 5,5 Millionen zahlende Besucher zählt und derzeit an seiner bislang größten Erweiterung baut. Rund eine Million Besucher kommt aus Frankreich, sagte der Geschäftsführer des Parks, Michael Mack. Zudem kämen zahlreiche Mitarbeiter des Parks aus dem Nachbarland.

Vorbild ist diedeutsch-dänische Grenze

„Mit dem Posten Rust beginnen wir eine neue Ära in der deutsch-französischen Zusammenarbeit bei der Polizei in Baden-Württemberg“, erklärte der Offenburger Polizeipräsident, Reinhard Renter. Sein Kollege aus dem Elsass sprach hingegen zurückhaltender von einem Experiment.

In Schleswig-Holstein und Dänemark fahren Polizisten bereits seit vier Jahren in national gemischten Teams beiderseits der Grenze auf Streife. Zu den Schwerpunkten in der Grenzregion gehören unerlaubte Migration und Eigentumsdelikte – vor allem Einbrüche. Als das Projekt 2014 im Grenzort Padborg vorgestellt wurde, sprachen die Verantwortlichen von einem „Stück europäischer Normalität“. Die kehrt nun auch in Baden-Württemberg ein.

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