Kopenhagen

Erschütterndes Obduktionsergebnis

U-Boot-Bauer Madsen bestreitet nach wie vor Mord an Journalistin

Kopenhagen. Ein verschrobener Tüftler, der ein privates U-Boot baute. Eine Journalistin, die sich das Werk anguckte und verschwand, bis ihr Torso entdeckt wurde: Der Krimi um den Dänen Peter Madsen (46) und die Schwedin Kim Wall nimmt immer grausigere Züge an. Laut Polizei soll Madsen an der Leiche der 30-Jährigen sexuelle Handlungen „unter besonders schwerwiegenden Umständen“ durchgeführt haben. An ihrem Torso im Brust- und Unterleibsbereich wurden zahlreiche Messerstiche gefunden.

Alleine „14 Wunden im Genitalbereich“, zitiert die Polizei aus dem Obduktionsbericht, wurden ihr „während des Todeseintritts verpasst oder kurz danach“. Madsen gestand, die Leiche zerstückelt und im Meer versenkt zu haben. Allerdings bestreitet er weiterhin, Wall getötet zu haben. Während er selbst auf Deck gewesen sei, sei die 30-jährige im U-Boot an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben. Ein technischer Defekt habe dafür gesorgt.

Dies ist bereits die dritte Version, die Madsen den Ermittlern auftischt. Anfänglich behauptete der Erfinder, der sich mit einer selbstgebauten Rakete ins Weltall schießen lassen wollte, seinen Gast an Land gesetzt zu haben. Nachdem ihr Rumpf ohne Kopf und Beine mit Gewichten beschwert Anfang August in der Kögebucht bei Kopenhagen gefunden wurde, sagte er aus, dass sie durch einen Unfall gestorben sei. Die 70 Kilo schwere Luke des U-Bootes sei ihr auf den Schädel gefallen, so Madsen damals. Er habe zuvor noch mit Wall darüber gescherzt, dass man so eine Luke nicht auf den Kopf bekommen möchte, behauptete er. Die Leiche habe er zwar nicht zerstückelt, wohl aber „auf See bestattet“. Er sei in Panik geraten, weil er sein Raketenprojekt durch Walls Tod gefährdet sah, hatte er sich da erklärt. Am Schädel der Frau fand man jedoch keine Spuren eines solchen Schlages.

Nach den neuen Enthüllungen bleibt Madsen nun freiwillig zwei Wochen länger bis zum 15. November in Untersuchungshaft. Das Kopenhagener Gericht setzte zudem Termine für einen Prozess an. Er soll am 8. März beginnen und bis zum 25. April dauern.