Hightech und Beton: Was gegen Lastwagen-Anschläge hilft

Ob Attentäter, Amokläufer oder Terrorist: Wann immer Angreifer das Gaspedal durchdrücken, werden aus Fahrzeugen tödliche Rammböcke. Die Mittel im Kampf gegen solche Attacken sind allerdings begrenzt. Die deutsche Polizei nutzt unter anderem Nagelsperren, um Autos zum Stehen zu bringen. Ingenieure arbeiten an Systemen, die mit elektromagnetischen Impulsen Autos lahmlegen.

Nach einer Welle von Anschlägen mit Fahrzeugen in Israel und dem Westjordanland griff man in Jerusalem auf einfache, aber wirkungsvolle Maßnahmen zurück: Im November 2014 wurden vor Bus- und Straßenbahn-Haltestellen Betonquader aufgestellt, jeder etwa ein Kubikmeter groß.

Die in Deutschland eingesetzten mobilen Betonsperren können Lastwagen laut MDR allerdings nicht stoppen. Das haben zwei Dekra-Tests im Auftrag des Senders ergeben. Die überprüften Betonblöcke wurden bundesweit zum Schutz von Großveranstaltungen eingesetzt.

Einrichtungen wie zum Beispiel Botschaften und jüdische Gebetshäuser werden in Deutschland von fest installierten Stahlpollern geschützt. Die Poller vor der Neuen Synagoge in Berlin etwa sind aus einer Speziallegierung gefertigt und besonders tief im Boden verankert. Dadurch sollen sie mit Sprengstoff beladene Lkw aufhalten können.

Auch mit improvisierten Mitteln versuchen Behörden, die Bevölkerung zu schützen. Nach dem Wahlsieg von Donald Trump bei der US-Wahl 2016 wurden vor dem Trump Tower in Manhattan mehrere mit Sand gefüllte Kipper in einer langen Reihe aufgestellt. Der Times Square wurde in der Silvesternacht 2016 sogar mit einigen Dutzend solcher Lastwagen umringt.

Singapur hingegen verlässt sich nicht auf Sand, sondern auf Silizium - also auf Mikrochips, die in Gefahrgut-Transportern eingebaut sind. Kommt einer der Lastwagen von einer vorgegebenen Strecke ab, kann das Fahrzeug per Fernsteuerung gebremst und schließlich gestoppt werden.