Philippinen

Rebellen veröffentlichen Video: Deutsche Geisel enthauptet

Auf dieser Jacht wurde der 70-jährige Deutsche Anfang November mit seiner Frau entführt.

Auf dieser Jacht wurde der 70-jährige Deutsche Anfang November mit seiner Frau entführt.

Foto: Westmincom / Handout / dpa

Islamistische Terrorgruppe Abu Sayyaf soll den 70-Jährigen getötet haben. Seine Partnerin war bereits bei der Entführung umgekommen.

Manila/Berlin.  Auf den Philippinen hat die islamistische Terrorgruppe Abu Sayyaf am Montag ein Video veröffentlicht, das die Enthauptung ihrer deutschen Geisel zeigen soll. Der 70 Jahre alte Mann war im November entführt worden. Seine Begleiterin wurde damals schon getötet.

Die Regierung der Philippinen hatte am Wochenende erklärt, sie prüfe Berichte über die Tötung. „Trotz andauernder Bemühungen von Gruppen und Sicherheitskräften habe ich Berichte über die angebliche Enthauptung einer deutschen Geisel auf Jolo am Sonntagnachmittag erhalten“, teilte der für den Friedensprozess zuständige Präsidentenberater Jesus Dureza mit.

Frau war Entführung erschossen worden

Die Terrorgruppe Abu Sayyaf hatte mit der Ermordung des vor knapp vier Monaten entführten 70-jährigen Deutschen gedroht, wenn sie nicht bis Sonntag, acht Uhr mitteleuropäischer Zeit, ein Lösegeld in Höhe von umgerechnet etwa 570.000 Euro erhält. Kurz vor Ablauf der Frist hatte die philippinische Luftwaffe trotz der Gefahr für die Geisel Verstecke der Terrorgruppe angegriffen. In der Region werden etwa 60 Kämpfer vermutet.

Der Deutsche war vor knapp vier Monaten entführt und seither auf der Insel Jolo festgehalten worden. Am 14. Februar hatte er in einer Videobotschaft um Hilfe gefleht. Seine Frau war bei der Entführung erschossen worden.

Armee bereitet auch Bodenoffensive vor

Wie ein Militärsprecher mitteilte, bereiteten Bodentruppen auch eine Offensive auf Jolo vor. „Die Streitkräfte werden den Feind verfolgen und die Bedingungen diktieren, nicht umgekehrt“, betonte Padilla. Bei der Operation sollen nicht nur Geiseln befreit werden, sondern auch die Terroristen geschwächt werden. (dpa)