Ausschluss

AfD-Politiker erhalten keine Einladung zum Bundespresseball

Frauke Petry und ihr Partner Markus Pretzell waren 2015 noch Gäste auf dem Bundespresseball.

Frauke Petry und ihr Partner Markus Pretzell waren 2015 noch Gäste auf dem Bundespresseball.

Foto: imago stock&people / imago/Rainer Unkel

Journalisten sind regelmäßig Ziel verbaler Angriffe einiger AfD-Politikern. Der Verein der Bundespressekonferenz zog nun Konsequenzen.

Berlin.  Bekannte Politiker, einige Schauspieler und Sportler sowie Journalisten und Medienmanager feiern an diesem Freitag den 65. Bundespresseball. Den ersten Tanz des Abends im Hotel Adlon am Brandenburger Tor absolviert Bundespräsident Joachim Gauck. Fünf Bundesminister, darunter Thomas de Maizière (CDU) und Manuela Schwesig (SPD), haben zugesagt, wie die Veranstalter am Mittwoch mitteilten.

Nicht eingeladen wurden AfD-Politiker. Die Veranstalter vom Verein der Bundespressekonferenz, dem Zusammenschluss der Hauptstadt-Journalisten, gaben keine konkreten Gründe dafür an. Die AfD beschimpft allerdings seit Jahren Journalisten und sperrte sie erst kürzlich von einem Parteitag in Baden-Württemberg aus.

Uschi Glas und Veronica Ferres unter den Gästen

Unter den 2300 Gästen werden auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier, die Linkspartei-Vorsitzende Katja Kipping, die Grünen-Vorsitzenden Cem Özdemir und Simone Peter, der FDP-Vorsitzende Christian Lindner und die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth sein. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte kurzfristig ab.

Dafür kommen zahlreiche Chefredakteure und Verlagsmanager sowie der frühere Fußball-Nationalspieler Arne Friedrich und die Schauspielerinnen Uschi Glas und Veronica Ferres. Uschi Glas (72) tanzte bereits 1969 auf dem Bundespresseball in Bonn mit dem damaligen Oppositionsführer Rainer Barzel (CDU).

Auch Reaktion auf „Lügenpresse“-Jargon

Zur AfD sagte Gregor Mayntz, der Vorsitzende der Bundespressekonferenz: „Wenn Sie ein höflicher Gastgeber sind, sagen Sie auch nicht, warum Sie jemanden einladen oder warum nicht. Vor allem, weil es sein kann, dass Sie ihn im nächsten Jahr wieder einladen.“ Er betonte, dass die AfD und ihre Politiker in diesem Jahr bereits zweimal in den Fragerunden der Journalisten in der Bundespressekonferenz waren. Für nächstes Jahr seien vier Termine geplant.

Aus Kreisen der Bundespressekonferenz war zu hören, dass es auch um die Selbstachtung der Journalisten gehe. Politiker, die von „Lügenpresse“ sprächen und die Medien von Parteitagen ausschlössen, sollte man nicht auch noch zum Feiern einladen.

Französischer Botschafter ist Ehrengast

Im vergangenen Jahr waren die AfD-Vorsitzende Frauke Petry und ihr Lebensgefährte, der nordrhein-westfälische AfD-Landesvorsitzende Marcus Pretzell, mit von der Partie gewesen. Viele Journalisten kritisierten das damals. Völlig ausgeschlossen ist es in diesem Jahr natürlich nicht, dass Petry als Begleiterin eines anderen Gastes kommt.

Die Sicherheitsvorkehrungen sind nach Auskunft des Hotels ähnlich hoch wie im vergangenen Jahr, als der Ball gegenüber der französischen Botschaft am Brandenburger Tor kurz nach den Terroranschlägen in Paris aufwendig geschützt wurde. Ehrengast in diesem Jahr ist der französische Botschafter Philippe Noel Etienne. (dpa)