Spendenaktion

Push-up-Challenge: Das steckt hinter den Liegestütz-Videos

Was früher die Eiskübel waren, sind heute die Liegestütze: Wie schon die Ice Bucket Challenge vor zwei Jahren will die 22-Push-up-Challenge als Viral-Kampagne auf ein ernstes Thema aufmerksam machen.

Was früher die Eiskübel waren, sind heute die Liegestütze: Wie schon die Ice Bucket Challenge vor zwei Jahren will die 22-Push-up-Challenge als Viral-Kampagne auf ein ernstes Thema aufmerksam machen.

Foto: imago stock&people / imago/Westend61

Im Netz kursieren immer mehr Videos von Nutzern, die Liegestütze machen. Der Fitnessgedanke steht dabei allerdings im Hintergrund.

Berlin.  Wer den Hintergrund nicht kennt, dürfte sich in diesen Tagen wundern über den einen oder anderen Beitrag in seiner Timeline bei Facebook, Twitter und Co. Da mühen sich auf einmal völlig fachfremde Menschen beim Liegestütz ab – und filmen das auch noch?! Wer nun das Verlangen verspürt, loszulachen oder in Fremdscham zu vergehen, der sollte wissen: Es steckt weniger Körperkult dahinter als ein guter Zweck.

Denn wie schon bei der bekannten Ice Bucket Challenge vor zwei Jahren handelt es sich um eine Spendenaktion. Bei der Ice Bucket Challenge sah man überall im Netz Menschen, die sich Eiswasser über den Kopf schütten, dann Freunde animierten, das gleiche zu tun – um schließlich Geld für die Forschung über die Nervenkrankheit ALS zu spenden. Die aktuelle Viral-Kampagne hat das gleiche Prinzip. Ohne Eiskübel, dafür mit mehr Körpereinsatz.

Idee stammt von Veteranen-Organisation

Genau genommen soll jeder Teilnehmer 22 Liegestütze (englisch: Push-ups) machen – eben die „22 Push-up Challenge“ bestehen. Angestoßen wurde die Aktion von US-amerikanischen Kriegsveteranen, die auf die hohe Selbstmordrate von Kriegsrückkehrern aufmerksam machen wollen. Laut einer US-Studie nehmen sich in den USA jeden Tag 22 Veteranen das Leben. Diesem Problem widmet sich die Veteranen-Organisation „22 Kill“ – die nun auch die Liegestütz-Aktion ins Leben gerufen hat.

Wer mitmachen will, muss 22 Liegestütze machen, sich dabei filmen, das Video bei Facebook, Twitter oder Instagram unter dem Hashtag „#22PushupChallenge“ posten und schließlich Geld an die Initiative „22 Kill“ spenden. Danach kann jeder Teilnehmer 22 Freunde nominieren, die seinem Beispiel folgen sollen.

In den USA hat sich die Kampagne bereits erfolgreich verbreitet – auch unter Promis. Unter anderem haben die Schauspieler Dwayne „The Rock“ Johnson, Chris Pratt, Chris Evans und Scott Eastwood für den guten Zweck gepumpt. Zum Teil legten sich für die Videos ganze Polizeieinheiten ins Zeug – mittlerweile auch in Deutschland, wie Tweets des Bundeskriminalamts und der Berliner Bundespolizei zeigen.

• Hier sehen Sie einige der prominentesten Videos der „22 Pushup Challenge“: