Wetter

Katastrophenwarnung: Hamburg rüstet sich für Blitz-Eis

Bittere Kälte schlägt in Schmuddel-Winter um. Der Wechsel hat es in sich: Glatteis gefährdet alle Hamburger. Was man jetzt wissen muss.

Offenbach/Hamburg. Ein blinder Mann fällt in die eiskalte Elbe, die Zuschauer rutschen mehr als dass sie fahren zum Bundesliga-Spiel des HSV gegen den FC Bayern München und in die Barclaycard-Arena zum Match der Freezers gegen Mannheim – dabei fängt das Wetter-Chaos an diesem Wochenende in Hamburg gerade erst an. Seit Tagen warnt Kachelmann-Nachfolger Sven Plöger in den ARD-Tagesthemen vor dieser Nacht von Freitag auf Sonnabend, in der sich das Wetter ändert, von der bitteren Kälte zu einem Schmuddel-Winter.

Doch dieser Wechsel hat es in sich. Die Temperaturen steigen in Hamburg und im Norden. Aber Schneeregen und Regen fallen auf einen gefrorenen Boden. Es bildet sich Blitzeis, alle Straßen werden rutschig, auch die Autobahnen A7 und A23 sowie die vielbefahrene A1.

Einen besonderen Alarm löste der Winterdienst der Hamburger Stadtreinigung aus. Die guten Geister der stillen, harten Nachtarbeit wollen in der Nacht zum Sonnabend wegen der erwarteten Glätte mit 100 Fahrzeugen ausrücken. Von Mitternacht an sollten wichtige Hauptverkehrsstraßen gestreut werden, teilte ein Sprecher am Freitagabend mit. Schnee, Schneeregen oder Regen könnte auf dem tiefgefrorenen Boden (rund 15 Zentimeter) in ganz Hamburg für gefährliche Glätte sorgen.

Unwetterwarnung für Hamburg

„Es können sich dicke Eispanzer auf dem Boden bilden, die auch bei Einsatz von Streusalz nur sehr langsam schmelzen.“ Fußgänger, Auto- und Radfahrer müssten am Sonnabend in den Morgenstunden mit extremer Glätte rechnen.

Am Freitagabend kommt dann die Katastrophenwarnung für Hamburg über die entsprechende App an Zehntausende User. Es ist amtlich: Der Deutsche Wetterdienst sieht eine Katastrophe für Hamburg zwischen 0 und 10 Uhr am Sonnabend heraufziehen.

Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Glatteis-Regen in weiten Teilen des ganzen Landes. Betroffen seien Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Bayern und Schleswig-Holstein. Auch die Deutsche Bahn hat sich gewappnet und warnt vorsorglich vor Behinderungen. Wie ein DWD-Sprecher sagte, habe es am Abend zunächst über recht warmen Gebieten Niederschläge gegeben. Was den Eisregen betreffe, so werde die Situation erst in den nächsten Stunden spannend.

Video vom Deutschen Wetterdienst

Dem DWD-Warnlagebericht zufolge sollten die Niederschläge in der zweiten Nachthälfte das östliche Deutschland erreichen. „Dann fällt in einem Streifen von Schleswig-Holstein und Mecklenburg bis zum Alpenrand teils gefrierender Regen, teils Schnee, in höheren Lagen und weiter nach Osten meist Schnee.“

In Nordrhein-Westfalen bereitete sich die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben auf Probleme durch Blitzeis vor. „Wir sind in Habachtstellung und haben besondere Bereitschaftsdienste“, sagte ein Bahnsprecher. Einfrierende Oberleitungen könnten den Verkehr auf der Schiene in der Nacht zum Sonnabend behindern.


Nächste Woche wird es wärmer

In den kommenden drei, vier Tagen bleibt der Norden frostfrei. Die Temperaturen steigen tagsüber auf etwa 5 Grad plus an. Wie die Prognose für die Zeit danach ist, wusste selbst der smarte Sven Plöger in den Tagesthemen anhand seiner Satellitenbilder und des Fünftagestrends nicht zu sagen. Auf jeden Fall ist Winter. Und da kann es so oder so werden...