Tödlicher Verkehrsunfall

Fahrerflucht: Anonymer Brief liefert neue Hinweise

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An Halloween 2010 wird ein 20-Jähriger von einem Auto überfahren. Jahrelang sucht die Polizei den Täter. Nun ist ein Brief aufgetaucht.

Witten. Ein anonymer Brief zu einem tödlichen Verkehrsunfall in der Halloween-Nacht vor fünf Jahren in Witten hat die Ermittlungen auf eine neue Fährte gebracht. In der Nacht zum Sonnabend hatte die Polizei das dreiseitige Schreiben hinter dem Scheibenwischer eines Streifenwagens in Witten entdeckt - nur knapp einen Tag, bevor eine fünfjährige Verjährungsfrist abgelaufen ist. Die Fahnder seien nun dabei, den unbekannten Verfasser zu ermitteln, der in dem handschriftlichen Brief Namen und eindeutige Hinweise auf das Umfeld des Täters gegeben habe, sagte ein Polizeisprecher am Montag.

Gleichzeitig gibt der Brief der Polizei aber neue Rätsel auf: Wer hat den Brief geschrieben? Was weiß er? Und was ist die Motivation des Verfassers? Aus dem Schreiben gehe zunächst hervor, dass der Urheber nicht am Unfall beteiligt sein soll, aber über die Umstände Bescheid wisse, sagte der Polizeisprecher. Nachdem die Nachricht über den anonymen Tipp-Geber verbreitet wurde, seien zudem „weitere Hinweise mit konkreten Informationen“ bei der Polizei eingegangen.

Nach der Auswertung des Schreibens durch die Polizei kann die Staatsanwaltschaft Bochum die Verjährung unterbrechen und Verdächtige vernehmen. Allerdings nur, sofern schwerwiegende Hinweise vorliegen, die auf eine fahrlässige Tötung und Fahrerflucht schließen lassen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Vor fünf Jahren war das damalige Unfallopfer - ein 20-jähriger Mann - am frühen Morgen auf dem Heimweg von einer Halloween-Party überfahren und ohne Hilfe zurückgelassen worden. Eine Krankenschwester fand den Toten auf dem Weg liegend. Mehrere Monate lang fahndete die Polizei vergeblich. In mehr als 400 Wittener Haushalten wurde nach Hinweisen gefragt, mehr als 2500 Autos wurden überprüft, rund 15 000 Handy-Verbindungsdaten aus der Tatnacht rund um den Unfallort ausgewertet. Trotz einer Belohnung und eines Zeugenaufrufs 2014 bei „Aktenzeichen XY“ ist der Fahrer des Unfallautos bis heute unbekannt.

( dpa )