Sexismus

Vorbei mit „niedlich“: Jennifer Lawrence will härter werden

Hollywood-Star Jennifer Lawrence ist wütend auf sich selbst: Sie habe bisher in Verhandlungen „versagt“, weil sie gemocht werden wollte

Hollywood-Star Jennifer Lawrence ist wütend auf sich selbst: Sie habe bisher in Verhandlungen „versagt“, weil sie gemocht werden wollte

Foto: Paul Buck / dpa

„Tribute von Panem“-Star Jennifer Lawrence braucht nicht noch mehr Millionen. Trotzdem will sie in Zukunft härter um Gagen verhandeln.

New York.  US-Schauspielerin Jennifer Lawrence hat einen Oscar gewonnen und ist nach Recherchen des „Forbes“-Magazins die bestbezahlte Schauspielerin der Welt. Mehr Millionen brauche sie nicht, sagt die 25-Jährige selbst – und will trotzdem in Zukunft härter verhandeln. Denn dass männliche Hollywood-Stars, mit denen sie vor der Kamera steht, mehr verdienen als sie, macht Lawrence schon sauer. Das erklärt Lawrence in einem jetzt veröffentlichten Essay.

„Es ist schwer für mich, über meine Probleme als Frau im Job zu sprechen, weil man ja gut sagen kann, dass meine Probleme nicht direkt nachvollziebar sind“, schreibt Lawrence in dem Text für den feministischen Newsletter „Lenny“, den die einflussreiche US-Autorin und -Schauspielerin Lena Dunham („Girls“) vertreibt. Lawrence, die für „Silver Linings“ einen Oscar gewonnen hat und in den Verfilmungen der „Tribute von Panem“-Reihe weltberühmt geworden ist, spricht aber dann doch über ihre Problem im Film-Geschäft.

Weniger Gage als „die glücklichen Besitzer“ eines Penis

Als Hacker interne E-Mails von Sony-Managern über die Deals der Schauspieler mit dem Filmstudio veröffentlichten, habe sie erfahren, wie viel weniger Gage ihr gezahlt wird als „den glücklichen Besitzern“ eines Penis – Lawrence benutzt in ihrem Essay nur ein weniger klinisches Wort als Penis. „Ich war nicht wütend auf Sony, ich war wütend auf mich selbst.“ Sie habe in Verhandlungen versagt, sie habe zu früh aufgegeben, weil sie sich nicht um Millionen Dollar streiten wollte die sie, „ganz ehrlich“, gar nicht brauche. „Ich sagte ja“, ergänzt die 25-Jährige, „es ist nicht nachvollziehbar, bitte hasst mich nicht.“

Sie habe nicht als „schwierig“ oder „verwöhnt“ gelten wollen und deshalb weniger hart verhandelt, schreibt die Schauspielerin; „ich glaube, ich bin nicht die einzige Frau, der es so geht“. Sie werde nicht länger versuchen, einen „niedlichen“ Weg zu finden, ihre Meinung zu sagen und gemocht zu werden. Ihre Kollegen Jeremy Renner, Christian Bale und Bradley Cooper – mit denen Lawrence in „American Hustle“ gespielt hat – hätten alle starke Verträge für sich ausgehandelt. „Ich bin sicher, die haben Anerkennung für ihr Verhandlungsgeschick bekommen – während ich damit beschäftigt war, nicht wie eine ,Göre‘ zu wirken.“

Lawrence hat schon öfter mit offenen Worten Aufmerksamkeit erregt – etwa, als die Schauspielerin darüber sprach, dass Schauspielerinnen in Hollywood ständig angehalten werden, abzunehmen. Laut einer Liste des „Forbes“-Magazins ist die 25-Jährige die bestbezahlte Schauspielerin der Welt. Demnach verdiente sie zwischen Juni 2014 und Juni 2015 mit Filmgagen und Werbeeinnahmen etwa 52 Millionen Dollar (umgerechnet etwa 46 Millionen Euro).