Prozess

Gericht bestätigt Kündigung nach Anrufen bei Sondernummer

Ein abgelegter Telefonhörer (Symbolfoto)

Ein abgelegter Telefonhörer (Symbolfoto)

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Eine Bürokauffrau hat 37 Mal eine Glücksspiel-Hotline angerufen – vom Firmentelefon. Dafür wurde ihr fristlos gekündigt.

Düsseldorf. Weil sie von ihrem Büroapparat mehrfach eine Glücksspiel-Hotline angerufen hat, ist eine Angestellte am Niederrhein fristlos entlassen worden. Vor dem Landesarbeitsgericht in Düsseldorf wehrt sich die Kauffrau an diesem Mittwoch gegen ihren Rauswurf. Doch das Gericht befand, dass die Kündigung rechtens sei. Auch wenn der Chef privates Telefonieren am Arbeitsplatz duldet, schließt das Gewinnspiele nicht automatisch ein, befand das Landesarbeitsgericht Düsseldorf am Mittwoch (Az.: 12 Sa 630/15).

Weil es keine eindeutige Regelung für private Telefonate über die Firmenapparate gab, hatte die Frau in erster Instanz vor dem Arbeitsgericht Wesel noch Erfolg. Doch der Arbeitgeber beharrte auf der Kündigung und zog in die zweite Instanz. Die Mitarbeiterin habe ihre Vertrauensstellung missbraucht (Az.: 12 Sa 630/15).

Zu den Aufgaben der Bürokauffrau gehörte die Kontrolle der eingehenden Rechnungen, somit auch der Telefonrechnung. Insgesamt waren 37 Anrufe à 0,50 Euro mit Sondernummer angefallen. Nachdem dem Geschäftsführer die Anrufe aufgefallen waren, sprach er die Mitarbeiterin an.

Am nächsten Tag räumte sie ein, die Anruferin gewesen zu sein und bot die Erstattung der Gebühren von 18,50 Euro an. Doch drei Tage später erhielt sie die fristlose Kündigung.