Hamburg

Kreuzfahrtschiffe meiden Färöer wegen Delfinjagden

Reedereien erwägen alternative Routen, Anlandungen sind bis auf Weiteres storniert

Hamburg. Das Deutsche Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) begrüßt, dass mehrere Touristik-Unternehmen Kreuzfahrten zu den Färöer-Inseln wegen der dortigen Delfinjagden reduzieren oder ganz aus dem Programm nehmen. Wie die in Hagen ansässige Organisation am Montag mitteilte, hat das Kreuzfahrtunternehmen Aida Cruises seine alljährlichen Anlandungen bis auf weiteres storniert, um seine Missbilligung über die Treibjagden auszudrücken. Zudem reduzierte Hapag-Lloyd Kreuzfahrten die Zahl seiner Anfahrten. Bei Hapag-Lloyd wie auch bei Tui Cruises gibt es Überlegungen über Alternativrouten und eine komplette Streichung der Anfahrten. Die Färöer-Inseln im Nordatlantik sind ähnlich wie Grönland eine autonome Nation innerhalb des Königreichs Dänemark.

Nach Angaben des WDSF wurde im Juni auf den Färöer-Inseln ein Gesetz verabschiedet, das Einheimische wie Touristen verpflichtet, innerhalb einer Zwölf-Meilen-Zone jede Sichtung der Meeressäuger den Behörden zu melden. Die Informationen können dazu dienen, Treibjagden auf Grindwale und andere Delfinarten zu starten.

Aus Verantwortung gegenüber der Crew und den Gästen sowie aus Gründen des Artenschutzes habe sich Aida Cruises entschieden, „die Färöer-Inseln bis auf Weiteres nicht mehr anzulaufen“, bestätigte das Rostocker Unternehmen. Stattdessen sollen die Kreuzfahrtschiffe nun den Hafen von Kirkvall auf den schottischen Orkney-Inseln anlaufen.