Jugendwort 2015

„Alpha-Kevin“ fliegt aus der Liste – nun ist „merkeln“ vorn

Das Wort „Alpha-Kevin“ wird durch „kirscheln“ ersetzt

Das Wort „Alpha-Kevin“ wird durch „kirscheln“ ersetzt

Foto: Marc Müller / dpa

Läuft beim Langescheidt-Verlag. Erstmals ist ein nominiertes Wort zur Wahl zum „Jugendwort“ des Jahres von der Liste gestrichen worden.

München. Der Langescheidt-Verlag hat während der laufenden Online-Abstimmung zum „Jugendwort“ des Jahres ein Wort aus der Liste gestrichen. Ein Novum in der siebenjährigen Geschichte. Nochdabei ist es das bis dahin führende Wort „Alpha-Kevin“. Für die Bezeichnung, die den angeblich „Dümmsten von allen“ meint, rückte die Kreation „kirscheln“ nach (wie zwei Kirschen zusammenhängen, sich umarmen).

„Wir haben viel von euch gehört und spüren die persönliche Betroffenheit über die Auswahl von „Alpha-Kevin“. Es lag uns fern, konkrete Personen zu diskriminieren“, schrieben die Veranstalter auf „jugendwort.de“ zu ihrer Entscheidung.

Bei der immer wieder diskutierten „Jugendwort“-Wahl wird bezweifelt, ob junge Leute wirklich so reden. Anregend oder lustig empfinden dennoch viele die zur Auswahl gestellten Begriffe. Wer will, kann in den kommenden Wochen mitabstimmen.

„Merkeln“ führt nun

Zu den 30 nominierten Wörtern für das „Jugendwort 2015“ gehören „Discopumper“ (jemand, der nur trainiert, um im Club gut auszusehen), „Dia Bolo“ (hässliches Selfie), „Maulpesto“ (übler Mundgeruch), „bambus“ (cool, krass) oder „Smombie“ (Menschen, die wie gebannt mit dem Handy über die Straße gehen, Zusammensetzung von Smartphone und Zombie).

Vorne lagen am Wochenende nun Wörter wie „merkeln“ (Nichtstun, keine Entscheidung treffen, in Bezug auf Bundeskanzlerin Angela Merkel), „Earthporn“ (schöne Landschaft) und „rumoxidieren“ (chillen). Auch „Tinderella“ (für eine Frau, die exzessiv Online-Dating-Plattformen wie Tinder nutzt) war beliebt.

Vergangenes Jahr war „Läuft bei Dir“ als Synonym für cool/krass gekürt worden. Mit dem „Jugendwort des Jahres“ wirbt der Münchner Langenscheidt-Verlag seit 2008 für sein Buch „100% Jugendsprache“.