Leutershausen

Amokläufer in Franken litt wohl unter Wahnvorstellungen

Leutershausen.  Der Amoklauf mit zwei Toten in Mittelfranken geht womöglich auf eine gravierende psychische Störung des mutmaßlichen Täters zurück. Bei der jüngsten Überprüfung des Sportschützen im Jahr 2013 war den Behörden allerdings noch nichts aufgefallen, wie ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums am Sonntag sagte. Der nächste Check wäre turnusgemäß Ende 2016 fällig gewesen.

Der 47-Jährige, der den Ermittlungen zufolge am vergangenen Freitag in Leutershausen bei Ansbach eine 82 Jahre alte Frau und einen 72 Jahre alten Radfahrer erschoss, hatte eine Waffenbesitzkarte und besaß seine Pistole und seinen Revolver somit legal. Die Behörden müssen Sportschützen wie ihn alle drei Jahre auf ihre Zuverlässigkeit, persönliche Eignung, Sachkunde und das Vorliegen eines „berechtigten Bedürfnisses“ überprüfen. Fällt eines dieser Kriterien weg, etwa weil ein Schütze psychisch erkrankt, wird die Waffenbesitzkarte ungültig. Es sei jedoch schwer, von einer solchen Störung zu erfahren, sagte der Ministeriumssprecher, zumal die Betroffenen für die Überprüfung nicht persönlich beim Amt vorsprechen müssen.

Da der 47-Jährige bereits kurz nach seiner Festnahme wirres Zeug redete, zogen die Beamten einen Psychiater hinzu. Der Sachverständige äußerte nach einer vorläufigen Begutachtung den Verdacht, dass eine „akute Psychose mit einem bizarren Wahnsystem“ vorliege, wie die Staatsanwaltschaft Ansbach am Sonnabend mitteilte. Das endgültige Gutachten ist erst in zwei bis drei Monaten zu erwarten.