Niedermarsberg

Schützenkönig stirbt im Sauerland durch Böllerschüsse

Einschusslöcher in der Schützenhalle in Marsberg-Niedermarsberg zeugen von dem Unglück beim "Anböllern"

Einschusslöcher in der Schützenhalle in Marsberg-Niedermarsberg zeugen von dem Unglück beim "Anböllern"

Foto: dpa

Beim traditionellen Anböllern wurde der 30-jährige Regent der Bruderschaft St. Magnus so schwer verletzt, dass er im Krankenhaus starb.

Marsberg. Es hätte der fröhliche Auftakt des Schützenfestes in Niedermarsberg sein sollen, doch das traditionelle "Anböllern" endete in der kleinen Gemeinde bei Marsberg im Sauerland mit einer tödlichen Tragödie.

Denn der Schützenkönig der Bruderschaft St. Magnus starb am Sonnabend, als beim Abfeuern von Böllerschüssen zwei Kanonen dem Druck nicht standhielten und Metallteile nach hinten durch die Luft geschleudert wurden.

Der 30-jährige Schützenkönig wurde dabei so schwer verletzt, dass er wenig später in einem Krankenhaus starb. Das Opfer habe in einer kleinen Gruppe mit drei, vier Leuten zusammengestanden. Andere Personen wurden aber nicht verletzt.

Die Polizei ermittelt jetzt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. „Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an“, sagte ein Sprecher der Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis am Sonntag in Meschede. Dabei prüften die Beamten auch, wann nach dem schockierenden Ereignis in Marsberg am Sonnabend mit der Vernehmung von Zeugen begonnen werden könne.

Die Schützenbruderschaft St. Magnus sagte ihr Fest nach dem Todesfall ab, lediglich der Gottesdienst wurde am Sonntag wie geplant abgehalten.

Verband hält Unglück für "tragischen Einzelfall"

Nach Verbandseinschätzung ist das Unglück von Marsberg ein „tragischer Einzelfall“. „Es ist schon sehr lange her, dass einmal ein Kanonenrohr geborsten ist. Dabei wurde niemand verletzt“, sagte der Sprecher des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS), Rolf F. Nieborg, am Sonntag.

Der Verband verfüge über keine Informationen zur Unfallursache in Marsberg. Grundsätzlich bestehe die Gefahr, dass es eine Materialermüdung gebe, die von außen schwer zu erkennen sei. „Deshalb müssen solche Geräte regelmäßig gewartet und kontrolliert werden. Der Wartungstermin ist alle fünf Jahre bei den Beschussämtern in NRW. Bei Beschuss müssen auch Sicherheitsabstände eingehalten werden“, erläuterte der Sprecher des BHDS weiter.

Der BHDS ist der Dachverband von 1700 Bruderschaften mit etwa 400.000 Schützen und Familienangehörigen in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz sowie in Teilen Thüringens. Daneben gibt es weitere Verbände für Sportschützen. Die Schützenbruderschaft in Niedermarsberg, einem Ortsteil von Marsberg, gehört zum eigenständigen Sauerländischer Schützenbund. (HA/dpa)