Temperatursturz

Unwetter wütet über Deutschland – Tornado zerstört Häuser

Mehrere Regionen von Unwettern heimgesucht. Tornado zerstört in Rheinland-Pfalz Häuser und Autos. Temperatur sinkt um mehr als zehn Grad.

Offenbach. Über mehrere Regionen Deutschlands sind am Dienstagabend schwere Unwetter hinweggefegt. In Baden-Württemberg wurde die Autobahn 5 bei Heidelberg wegen umgestürzter Bäume gesperrt. In Framersheim in Rheinland-Pfalz berichtete die Polizei von einer Windhose, einem Tornado. Bei einem Haus sei das Dach eingestürzt, es sei dadurch unbewohnbar geworden, sagte ein Polizeisprecher in Mainz. Verletzt wurde ersten Erkenntnissen zufolge niemand. In Niedersachsen kam es im Raum Göttingen zu Verkehrsbehinderungen. Bäume stürzten auf Autos. Auf der A7 in Südniedersachsen gab es während des Sturms mehrere Unfälle.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte nach der Hitzewelle der vergangenen Tage vor Unwettern gewarnt. Die teils schweren Gewitter sollten sich am Abend nach Osten und Süden ausbreiten. „Dabei muss mit Starkregen, Hagel und Sturmböen gerechnet werden“, hieß es. „Selbst ein vereinzelter Tornado kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, auch wenn die Wahrscheinlichkeit dafür nicht sehr hoch ist.“

Damit verabschiedet sich die Hitzewelle mit Blitz und Donner aus Deutschland. Die Folge ist ein Temperatursturz um teils mehr als zehn Grad: Während am Dienstag im Südwesten noch bis zu 37 Grad möglich waren, soll das Thermometer am Mittwoch nur noch auf durchschnittlich 20 Grad steigen. Nur vereinzelt sind bis zu 25 Grad drin. Am Donnerstag wird es sogar noch ein Stückchen kühler: 16 Grad an der See, 20 Grad im Ruhrgebiet, 23 Grad in Frankfurt und München.

Tiefstwerte zwischen 13 und 6 Grad

Die Gewitter fallen im Laufe der Woche laut Vorhersage längst nicht mehr so stark aus und beschränken sich auf den Nordwesten und den Alpenrand. In der Nacht zum Freitag sollte man beim Draußensitzen ein Jäckchen dabei haben, sagt der DWD. Bei Tiefstwerten zwischen 13 und 6 Grad ist von Tropennächten keine Spur mehr.

Das dürfte auch sommerliche Probleme ganz anderer Art lösen: Eine Schule in Baden-Württemberg hatte sich bereits Strategien gegen allzu offenherzige Kleidung wie knappe Hotpants und bauchfreie Shirts bei den Schülerinnen überlegt. Die Gefahr von Blow-ups auf den Autobahnen geht mit rückläufigen Temperaturen ebenfalls wieder zurück. Die Aufplatzungen drohen laut dem ADAC vor allem auf älteren Betonfahrbahnen aus den 70er und 80er Jahren bei Temperaturen um 30 Grad und höher. Auch auf der A7 bei Hamburg hatten die hohen Temperaturen Schäden hinterlassen.

„Pünktlich zum Wochenende geht es aber auch schon wieder aufwärts“, sagte Bertelmann: Sonne, blauer Himmel, Temperaturen bis 27 Grad. „Nach einer kurzen Abkühlung und Zeit zum Durchlüften und Durchatmen kehrt der Sommer also wieder zurück.“ (dpa/HA)