Europäischer Haftbefehl

Frankreich: Kein Asyl für Wikileaks-Gründer Julian Assange

In einem offenen Brief wandte sich der Wikileaks-Gründer an den französischen Präsidenten François Hollande.

Paris. Kein Asyl in Frankreich für Julian Assange: Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks hat den französischen Präsidenten François Hollande ohne Erfolg um Aufnahme gebeten. „Nur Frankreich ist heute in der Lage, mir den nötigen Schutz gegen die politischen Verfolgungen - und nur diese - zu geben, deren Ziel ich bin“, schrieb Assange in einem offenen Brief, den die Zeitung „Le Monde“ am Freitag veröffentlichte. Der Élyséepalast wies das Ansinnen umgehend zurück.

„Die Situation von Herrn Assange zeigt keine unmittelbare Gefährdung. Zudem liegt gegen ihn ein europäischer Haftbefehl vor“, teilte die Präsidentschaft mit. Der 44-jährige Australier sitzt seit drei Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London fest.

Dorthin war er geflüchtet, um einer Befragung zu Vorwürfen sexueller Vergehen in Schweden zu entgehen - er befürchtet, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden. Wikileaks hatte Tausende geheime amerikanische Botschaftsdepeschen veröffentlicht.

Aktuell sorgt die Plattform mit Enthüllungen von Abhöraktionen des US-Geheimdienstes NSA gegen französische Präsidenten und deutsche Ministerien erneut für Schlagzeilen. (dpa)