Hochsommer

Wird Sonnabend der deutsche Hitzerekord geknackt?

Südwesten könnte neuen deutschen Temperaturrekord aufstellen. Hitze-Probleme bei n-tv, Sorgen bei der Buga. Warnung an der Ostsee.

Berlin. Hoch „Annelie“ nimmt mit heißer Luft aus der Sahara Anlauf für den deutschen Hitzerekord: Am Sonnabend könnte die Höchstmarke von 40,2 Grad fallen. Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Die heißeste Ecke war am Donnerstag Nordrhein-Westfalen. In Duisburg und Geilenkirchen seien 38,7 Grad gemessen worden, in Kleve 38,6 Grad, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Abend. Heißer war es nirgends in Deutschland.

Hoch „Annelie“ nimmt mit heißer Luft aus der Sahara Anlauf für den deutschen Hitzerekord: Am Samstag könnte die Höchstmarke von 40,2 Grad fallen. Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Die heißeste Ecke war am Donnerstag Nordrhein-Westfalen. In Duisburg und Geilenkirchen seien 38,7 Grad gemessen worden, in Kleve 38,6 Grad, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Abend. Heißer war es nirgends in Deutschland.

Einige Orte in Baden-Württemberg kamen jedoch schon nahe an diese Werte heran. In Müllheim im Hochschwarzwald wurde 37,1 Grad gemessen, in Rheinau und Ohlsbach im Ortenaukreis ging das Thermometer auf 37 und 36,7 Grad.

Wegen der großen Hitze platzte auf der Autobahn 5 bei Heidelberg die Fahrbahn auf. Rund 50 Meter vor einer Baustelle hob sich der Beton auf einem Fahrstreifen an und brach auf, wie ein Polizeisprecher am Abend sagte. Autos seien dabei nicht beschädigt worden. Kurzzeitig bildete sich ein rund fünf Kilometer langer Stau, der sich aber rasch wieder löste. Die Baustelle wurde vorgezogen, damit Autos nicht über die beschädigte Stelle fahren.

In Sachsen-Anhalt drosselte die Polizei wegen der sommerlichen Hitze den Verkehr teils auf 80 Stundenkilometer. Auf der Autobahn 14 im Saalekreis galt das Tempolimit seit Donnerstagnachmittag zwischen Löbejün und Halle-Trotha, wie ein Polizeisprecher sagte. Am Freitagvormittag solle die Beschränkung auch auf der Autobahn 9 zwischen Naumburg und Weißenfels sowie zwischen Rippachtal und Bad Dürrenberg gelten. Das Tempolimit sei eine Vorsichtsmaßnahme, mit der Hitzeschäden an den Fahrbahnen vorgebeugt werden solle. Wegen der erwarteten Temperaturen von bis zu 37 Grad Celsius bestehe die Gefahr, dass sich die Fahrbahn hebe und aufbreche.

In Nordrhein-Westfalen kamen bei Badeunfällen zwei Menschen ums Leben. In Nettetal (Kreis Viersen) starb ein junger Mann in einem Schwimmbad. Bekannte, mit denen der 18-Jährige das Bad besuchte, entdeckten ihn leblos auf dem Grund des Springerbeckens, teilte die Polizei mit. In Emmerich (Kreis Kleve) ertrank ein 29-Jähriger in einem Baggersee. Etwa zehn Meter vom Ufer entfernt rief er plötzlich um Hilfe und ging unter. Taucher bargen ihn später, er war tot.

In einem Bonner Freibad rettete am Donnerstag ein Bademeister einem Jungen das Leben. Der Mitarbeiter hatte den Sechsjährigen leblos im Nichtschwimmerbereich treiben sehen und sofort aus dem Wasser geholt, teilte die Stadt Bonn mit. Am Beckenrand reanimierte er den Jungen. Ein Notarzt versorgte den Sechsjährigen, der in eine Klinik kam.

Die Klimaanlagen mehrerer Züge machten schlapp. Im Fernverkehr seien rund ein Dutzend alte ICs betroffen gewesen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Donnerstag. Probleme habe es insbesondere auf der Strecke von Berlin nach Amsterdam gegeben. Die Klimaanlagen der Züge seien zwar überprüft worden. Angesichts der langen Strecke und der Hitze habe die Leistung dennoch nicht gereicht. Die Reisenden seien vorsorglich gebeten worden, in Ersatzzüge oder nachfolgende Bahnen umzusteigen. „Wir bedauern das sehr und entschuldigen uns“, sagte der Bahnsprecher. Er kündigte „großzügige Kulanz“ an.

In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben eines Bahnsprechers in Düsseldorf fünf Regional- und Fernzüge wegen ausgefallener Kühlung gestoppt worden. Drei Intercitys auf dem Weg nach Hamburg wurden in Köln und Dortmund aus dem Verkehr gezogen. Die gestrandeten Fahrgäste konnten einen Ersatzzug nehmen. Im Berufsverkehr war in zwei Zügen der von vielen Pendlern benutzten Regionalbahn RE 1 Schluss: Fahrgäste mussten in Duisburg und Düsseldorf aussteigen. Im Nahverkehr wurden wegen brütender Hitze einzelne Wagen gesperrt. Hitzebedingte Störungen gab es auch an Weichen.

Im Deutzer Hafen in Köln versagte sogar die stählerne Drehbrücke ihren Dienst. Mit Löschwasser aus dem Rhein gelang es der Feuerwehr am Donnerstagnachmittag, die überhitzten Lager soweit abzukühlen, dass die Brücke vorerst quergestellt werden konnte. Damit war zumindest der Wasserweg wieder frei, teilte die Stadt Köln mit.

Die Hitze sorgte für etliche Polizei- und Feuerwehreinsätze. Eine in der Sonne gelagerte Gasflasche hat in Düsseldorf mit einer Explosion und einem Feuerball zwei Häuser in Flammen gesetzt. Zwei Bewohner erlitten am Donnerstag einen Schock. In der Elf-Kilogramm-Gasflasche eines Grills habe sich in der Sonne vermutlich Überdruck gebildet.

Mit der Hitze steigen die Ozonwerte. Alarmstufe Gelb meldete das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV). Mit mehr als 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft sei in NRW ein kritischer Wert erreicht, ab dem empfindliche Menschen über Kopfschmerzen oder Atemwegsbeschwerden klagen könnten, sagte ein Sprecher. Im Süden Bayerns warnte der DWD auch vor hoher UV-Strahlung und riet dringend zu Sonnenschutz beim Aufenthalt im Freien.

Temperaturrekorde purzeln

Münster/Osnabrück (Flughafen): 37,0 Grad, wärmster Julitag seit Beginn der Aufzeichungen. Alter Rekord: 35,9 Grad, gemessen am 10.7.2010.

Düsseldorf (Flughafen): 37,0 Grad, wärmster Julitag seit Beginn der Aufzeichungen. Alter Rekord: 36,6 Grad, gemessen am 3.7.1976.

Lingen:36,2, wärmster Julitag seit Beginn der Aufzeichungen. Alter Rekord: 35,7 Gard, gemessen am 19.7.2006.

Deutlich erhöhte Ozonwerte in Hessen gemessen

15.22 Uhr: In Wiesbaden und Raunheim (Kreis Groß-Gerau) hat es am Donnerstag eine erhöhte Ozonkonzentration gegeben. An den Messstationen der beiden Städte seien wegen der hohen Temperaturen die Ozonwerte über 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gestiegen, teilte das Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Ab einer solchen Konzentration kann es zu Beeinträchtigungen der Atemwege kommen.

Wegen der anhaltenden Wetterlage rechnen die Experten damit, dass es auch am Freitag und an weiteren Messstationen zu erhöhten Ozonwerten kommen wird. Empfohlen wird deshalb, Anstrengungen im Freien zu vermeiden und sportliche Aktivitäten zu reduzieren oder in die Morgenstunden zu verlegen.

Fußball-Verband warnt vor Hitze

14.26 Uhr: Der Hessische Fußball-Verband hat angesichts der Hitze zu „extremer Vorsicht“ bei Vorbereitungsturnieren und Testspielen aufgerufen. „Das Thermometer klettert in diesen Tagen permanent nach oben, zum kommenden Wochenende sind noch höhere Temperaturen angekündigt“, hieß es in einer Pressemitteilung des HFV vom Donnerstag. „Bei zusätzlicher Belastung drohen verschiedene Hitzekrankheiten wie Hitzschlag, Sonnenstich und Kreislaufkollaps.“

Der Verband wies vor allem darauf hin, dass Spieler ausreichend trinken sollten. „Bei diesem Wetter sollten die Akteure zwei bis drei Liter zusätzlich zu sich nehmen. Außerdem sollte man die größte Mittagshitze, dauernde Sonneneinstrahlung und feucht-heiße Luft möglichst vermeiden.“ Der HFV empfahl auch, möglichst oft schattige Plätze aufzusuchen: „Legen Sie sich zwischendurch nasse Handtücher oder Coolpacks in den Nacken, um sich abzukühlen. Verzichten Sie zudem vollständig auf Alkohol.“

Freiburg oder Karlsruhe, wer holt den Rekord?

13.10 Uhr: Hoch „Annelie“ nimmt Anlauf auf den deutschen Hitzerekord: Am Sonnabend könnte der Temperaturrekord von 40,2 Grad fallen, wie der DWD in Stuttgart mitteilte (siehe auch Meldung von 11.08 Uhr). Die Innenstädte am Oberrhein von Freiburg und Karlsruhe seien die üblichen Kandidaten für einen neuen Rekord.

Ob das Quecksilber dann aber eventuell doch bei „nur“ 39,6 Grad stehen bleibe, lasse sich nicht sagen. Auf jeden Fall steige zum Wochenende die Luftfeuchtigkeit und damit auch die gefühlte Temperatur: „Es wird unangenehm“, sagte eine DWD-Sprecherin.

Der Deutsche Wetterdienst gibt vier Mal 40,2 Grad als höchste Werte seit Beginn der Wettermessungen vor gut 130 Jahren an. Aufgezeichnet haben die Meteorologen diese Temperatur am 27. Juli 1983 in Gärmersdorf (in der Gemeinde Kümmersbruck in der Oberpfalz/Bayern) - dem heißesten hierzulande je gemessenen Julitag - sowie am 9. August 2003 in Karlsruhe und am 13. August 2003 erneut in Karlsruhe und in Freiburg/Breisgau.

Am 8. August 2003 maß der Wetterdienst Meteomedia mit 40,3 Grad im saarländischen Perl-Nennig einen noch höheren Wert.

Bei den Nachbarn im Süden sind solche Temperaturen fast schon der hochsommerliche Normalfall. Europas Hitzerekord hält seit 1999 mit 48,5 Grad das italienische Catenanuova auf Sizilien.

Den Weltrekord hält die Greenland Ranch im kalifornischen Death Valley: Am 10. Juli 1913 wurden dort 56,7 Grad gemessen.

Hitze-Sorgen bei der Bundesgartenschau

13.02 Uhr: Große Hitze und kein Regen: Bei der Bundesgartenschau (Buga) in Brandenburg und Sachsen-Anhalt wird derzeit viel Wasser verbraucht. „Das ist schon eine Herausforderung“, sagte der Leiter Gärtnerische Ausstellungen, Rainer Berger, mit Blick auf die Witterung. Viel Nass brauchen die Pflanzen und Grünflächen bereits seit mehreren Wochen. Man habe schon in den Wochen vor der aktuellen Hitzewelle die Trockenheit bekämpfen müssen. Es gebe bereits seit Monaten ein großes Regendefizit, sagte Berger.

Die Pflanzen kämen an sich gut mit Hitze klar - „wenn sie genügend Wasser kriegen, und das kriegen sie.“ Momentan werde an allen fünf Buga-Standorten zusammen mit 2500 Kubikmetern pro Tag bewässert. Das geschehe rund um die Uhr.

Die Buga in der Havelregion startete Mitte April. Knapp zehn Wochen nach der Eröffnung verzeichnete sie 500 000 Besucher. Rund 1,5 Millionen Menschen soll die Buga in Brandenburg/Havel, Premnitz, Rathenow und Amt Rhinow/Stölln in Brandenburg und in Havelberg in Sachsen-Anhalt bis Oktober anlocken.

Auch Niedersachsen vor Rekordwerten

12.56 Uhr: Auch zwischen Hannover und Göttingen erwarten Wetterexperten für Sonnabend Temperaturen von bis zu 38 Grad. Damit könnte ein neuer niedersächsischer Hitzerekord aufgestellt werden, sagt DWD-Meteorologe Andreas Wirtz. Der höchste Wert der vergangenen Jahrzehnte wurde am 9. August 1992 in Bergen und Faßberg in der Südheide gemessen. Die Temperatur kletterte damals auf 38,6 Grad.

Auf dem Brocken im Harz war es am 20. August 2012 mit 29 Grad bisher am wärmsten. Auch dieser Rekord könnte nach Einschätzung der Meteorologen am Sonnabend fallen. Dagegen sollten Wanderer in manchen Jahren auf dem Brocken auch im Sommer besser eine Winterjacke anziehen. Der kälteste Juli-Tag auf dem höchsten Berg Norddeutschlands war Wirtz zufolge der 4. Juli 1962 mit nur 3,1 Grad.

Vorsicht vor Hitzschlägen

12.52 Uhr: Ein heißer Sommer kann die Zahl der Patienten mit Hitzschlag oder Sonnenstich in deutschen Krankenhäusern schnell verdoppeln. Wurden im Jahr 2011 deutschlandweit 1034 Patienten mit dieser Diagnose behandelt, so waren es 2013 schon 1856, wie die DAK-Gesundheit soeben in Hamburg nach Auswertung von Zahlen des Statistischen Bundesamtes mitteilte. 2003, als der Sommer sehr heiß ausfiel, waren es der Krankenkasse zufolge sogar 2561 Menschen.

Wer zu viel Sonne auf den Kopf und Nackenbereich bekommt, kann einen Sonnenstich erleiden. Typische Symptome sind ein roter Kopf, Unruhe Kopf- und Nackenschmerzen. Bei einem lebensgefährlichen Hitzschlag - ausgelöst durch körperliche Überanstrengung bei hohen Temperaturen - kann die Körpertemperatur zusätzlich auf über 40 Grad ansteigen. Dies kann zum Beispiel Sportler treffen, die in der Hitze trainieren.

Gelbe Fahne an Lübecker Bucht gehisst

12.43 Uhr: Die DLRG rät Badegästen an einigen Stränden der Lübecker Bucht zur Vorsicht. Wegen hoher Wellen und starker Strömung wurden an Stränden von Burg auf Fehmarn und Großenbrode heute bereits die gelbe Flagge gehisst. „Dort kann der herrschende Südostwind für Unterströmungen sorgen, die das Baden besonders für Kinder und ungeübte Schwimmer gefährlich machen“, sagte der Landesgeschäftsführer der DLRG Schleswig-Holstein, Thies Wolfhagen. Insgesamt rechne er für die nächsten Tage aber nicht mit einer ähnlichen Situation wie im Juli 2014, sagte er. Damals waren bei anhaltendem Nordostwind 15 Menschen in der Ostsee ertrunken.

Denkt auch an die Kühe und Hühner!

12.37 Uhr: In Niedersachsen hat Agrarminister Christian Meyer (Grüne) Tierhalter aufgefordert, ihre Ställe ausreichend zu lüften und zu kühlen. Die Hitze setze vor allem Hühnern und Puten zu, sagte Meyer am Donnerstag in Hannover. Wenn Lüftung, Kühlung und Beschattung nicht ausreichten, sollten weniger Tiere in einem Stall gehalten werden. Die Fütterung könne auf die Abend- und Nachtstunden verlegt werden. Das Ministerium verwies auf Merkblätter mit Tipps zum Umgang der Tiere bei der Hitze.

Jede Menge lustige "Hitzefilme"

12.05 Uhr: Bei Twitter (siehe Meldung von 10.29 Uhr) hat es sich inzwischen das Top-Hashtag #Hitzefilme bequem gemacht. Worum es dabei geht? Na, Filmtitel mit Bezug zur Hitzewelle zu finden, natürlich. Beispiele gefällig: "Schweißohrhasen", "James Bond - Liebesgrüße aus dem Schwimmbad", "About Schwitz", "Für eine Handvoll Sonnencreme" oder auch "Männer, die auf Bikinis starren"...

Hitze-Pause bei Sender n-tv?

11.13 Uhr: Unfreiwillige Sendepause beim Kölner Nachrichtenkanal n-tv: Zwischen 9.30 und 10 Uhr brachte der Sender während der vorgesehenen Nachrichten um 9.30 Uhr und der für 9.40 Uhr geplanten „Tele-Börse“ nur Standbilder. Dann meldete sich Moderator Christoph Teuner und entschuldigte sich für die Unterbrechung, die „möglicherweise mit der Hitze in der zentralen Sendeabwicklung“ zu tun habe. Eine n-tv-Sprecherin sagte, es habe technische Probleme gegeben, es sei aber offen, ob die Hitze eine Rolle gespielt habe.

Schnappt sich die Rheinebene den Rekord?

11.08 Uhr: Heute sind vor allem im Westen und Südwesten Deutschlands örtlich Temperaturen von bis zu 39 Grad möglich. Laut DWD werden die Spitzenwerte vor allem am Rhein erreicht. Am Sonnabend könnte sogar der bisherige deutsche Temperaturrekord von 40,2 Grad aus den Jahren 2003 und 1983 ins Wackeln geraten, dann rechnen die Meteorologen mit dem Höhepunkt der Hitze.

Wiesbaden drückt ein Abkühlungs-Auge zu

11.02 Uhr: In Wiesbaden dürfen sich Menschen nicht in Brunnen abkühlen - eigentlich. Denn das Ordnungsamt der hessischen Landeshauptstadt will wegen der Hitze ein Auge zudrücken: „Es wird in den nächsten Tagen wohl niemand aus einem Brunnen gezerrt“, sagt ein Sprecher der Behörde. Gleichzeitig weist das Ordnungsamt auf Gesundheitsgefahren beim Baden in Brunnen hin. In Teichen der Kurstadt sei das Baden deshalb verboten. Das Grillen in den Parkanlagen wird indes nicht genehmigt. Steaks und Tofuwürstchen braten ist nur auf ausgewiesenen Flächen erlaubt.

Erstes Hitzefrei im Nordosten

10.56 Uhr: Das wollen die Schüler doch haben: In Mecklenburg-Vorpommern werden bereits die ersten Pennäler wegen der Hitze vorzeitig nachhause geschickt.

Düsseldorfer sollen öffentliche Bäume gießen

10.43 Uhr: In Nordrhein-Westfalen wird schon heute ein Spitzenwert von 38 Grad und damit der bislang heißeste Tag des Jahres erwartet. Vor allem Köln, Düsseldorf und die Rheinschiene verwandeln sich wieder in eine riesige Sauna. Doch der Gipfel der Temperaturen ist damit vermutlich noch nicht erreicht. Freitag und womöglich auch Sonnabend werden noch höhere Werte erwartet.

Die Stadt Düsseldorf hat ihre Bürger sogar schon aufgerufen, öffentliche Bäume vor der eigenen Haustür zu gießen. Einmal wöchentlich sechs Eimer Wasser seien dabei besser als einmal am Tag nur ein bisschen.

Die Ozonwerte waren zuletzt zwar schon deutlich angestiegen. Das Landesumweltamt rechnet aber nicht damit, dass in den nächsten Tagen der Warnwert von 240 Mikrogramm erreicht wird. Bei einer so starken Ozonbelastung werden Autofahrer aufgerufen, ihre Wagen stehenzulassen.

Erste Tropennacht überstanden

10.40 Uhr: Die erste Tropennacht haben weite Teile Deutschlands bereits hinter sich gebracht. In Hessen beispielsweise sind vielerorts in der Nacht zum Donnerstag die Temperaturen nicht unter die 20-Grad-Grenze gesunken. Eine sehr hohe Tiefsttemperatur gab es laut DWD etwa in Waldems-Reinborn (Rheingau-Taunus-Kreis). Dort machten 22,2 Grad den Menschen das Schlafen schwer. Am wärmsten war es allerdings mit 24,7 Grad in Düsseldorf sowie im nordrhein-westfälischen Gevelsberg. Die höchsten Tiefsttemperaturen wurden bundesweit zwischen 5 und 6 Uhr gemessen.

Auch Twitter läuft sich warm

10.29 Uhr: Auch die Twitter-User laufen so langsam heiß. Im Kurznachrichtendienst schrauben sich die Hashtags #Hitzewelle und #Annelie jedenfalls kontinuierlich nach oben. User "@VolkerRahn" verschafft sich dabei schon einmal auf seine Weise Abkühlung:

Bremerhavener Klima-Experte über die Sommerprognose

10.07 Uhr: Der Wetterexperte Michael Theusner vom Klimahaus in Bremerhaven rät gesundheitlich geschwächten Menschen angesichts der Sommerhitze zur Vorsicht. Vor allem ältere Menschen, aber auch Kinder seien in der Gefahr, einen Hitzeschlag zu erleiden oder Fieber zu bekommen, sagt der Diplom-Meteorologe. Um sich davor zu schützen, sollten sie sich wenig in der Sonne aufhalten und viel trinken: „Wenn der Körper keine Flüssigkeit hat und nicht schwitzen kann, wird es gefährlich.“

Gefährlich seien nicht nur die Lufttemperaturen, sondern die gefühlten Temperaturen von 38 Grad und mehr, erläutert Theusner. Gefühlte Temperaturen ließen sich unter anderem anhand der Luftfeuchtigkeit berechnen. „Wenn wir schwitzen, wird unser Körper durch kleine Wassertröpfchen gekühlt. Das funktioniert aber immer schlechter, je feuchter die Luft ist.“ Zusätzlich hingen die gefühlten Temperaturen vom Wind ab. Je mehr Wind, desto besser könne der Schweiß verdunsten. „Das merken Sie gut, wenn Sie Ihren Finger befeuchten und in den Wind halten“, sagt Theusner, der als Ausstellungsleiter im Klimahaus arbeitet, das über Klima und Wetter auf der ganzen Welt informiert.

Mehr als drei, vier Tage lasse sich das Wetter nicht seriös vorhersagen, sagt Theusner: „Es kann also keiner sagen, wie der Sommer 2015 wird.“ Auch die sogenannten Bauernregeln seien nicht zuverlässig. Das Klima habe sich verändert, seit die Bauernregeln aufgestellt wurden: „Bei diesen Regeln ist vielleicht ein wahrer Kern dabei, aber sie funktionieren unter ganz anderen Bedingungen als vor 400 Jahren.“

Halten die Klimaanlagen im ICE?

9.56 Uhr: Werden Hitzerekorde geknackt, spielt auch die Klimaanlage in einem ICE der Deutschen Bahn eine Hauptrolle. Eigentlich eine gute Idee für die Abkühlung - allerdings nicht einwandfrei. Funktioniert die Anlage nicht, ist das Geschrei groß. Läuft sie dagegen, erreichen die Temperaturen im Großraumwagen auch schnell arktisch anmutende Werte. In Internetforen erhitzen sich deshalb vor allem an heißen Tagen die Gemüter: „Breaking News - die Klimaanlage im ICE funktioniert“, heißt es dort spöttisch. Oder: „Wer enteist mir meine Beine?“

Ärzte warnen wegen Ramadan

9.05 Uhr: Die Hitzewelle trifft auch Deutschlands Muslime, denn noch bis zum 18. Juli ist der Fastenmonat Ramadan. Angesichts der hohen Temperaturen warnen Mediziner auch vor einem Mitfasten muslimischer Kinder.

Tagsüber auf Essen und vor allem auf Flüssigkeit zu verzichten, schade der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und könne zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel oder auch Kreislaufkollaps führen. Darauf weist der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Köln hin.

Islam-Verbänden zufolge gilt das Fastengebot nicht für Kinder, aber für Heranwachsende ab der Pubertät. Grundsätzlich solle das Fasten bei gesundheitlichen Risiken oder Problemen ausgesetzt werden.

Auch England schwitzt

8.59 Uhr: Übrigens: Auch England stöhnt unter der Hitze. Der dritte Tag des Wimbledon-Turniers 2015 wird als bislang heißester in die Geschichte der traditionsreichen Tennisveranstaltung eingehen. Am späten Mittwochnachmittag vermeldeten die Organisatoren, dass die Temperatur auf 35,7 Grad Celsius gestiegen sei. Der bisherige Höchstwert lag bei 34,6 Grad während der Hitzewelle im Sommer 1976. Mindestens ein Balljunge und eine Zuschauerin mussten medizinisch versorgt werden.

Meteorologen appellieren an Vernunft

8.58 Uhr: Man kann es ja nicht oft genug sagen: Wegen erhöhter UV-Werte empfehlen Meteorologen, Sonnencreme aufzutragen, sich möglichst im Schatten aufzuhalten oder Hüte und Kappen zu tragen.

Höchste Waldbrandgefahr in Niedersachsen

8.54 Uhr: In Teilen Niedersachsens hat die Waldbrandgefahr die höchste Warnstufe erreicht. „Die Forstleute sind bereits alarmiert“, sagte Reiner Baumgart von den Landesforsten. Größte Gefahr besteht demnach in Nadelholzwäldern wie in der Lüneburger-Heide. Dort hat der Deutsche Wetterdienst die höchste Warnstufe 5 ausgerufen. Im emsländischen Lünne rückten die Feuerwehrleute am Mittwochabend zu einem Waldbrand aus, sagte ein Sprecher der Polizei. Nähere Details waren zunächst nicht bekannt.

Amtliche Hitzerwarnung

8.47 Uhr: Am Sonnabend klettern die Temperaturen laut DWD auf 32 Grad im Nordosten und bis 39 Grad an Rhein, Mosel und Saar. Für den größten Teil Deutschlands gilt eine amtliche Hitzewarnung. Ob der deutsche Hitzerekord von 40,2 Grad, gemessen in den Jahren 2003 und 1983, eingestellt wird, sei noch nicht sicher. „Es wird aber knapp“, sagt DWD-Meteorologe Sebastian Schappert.

Die heiße Luft kommt aus der Sahara. Hoch „Annelie“ leitet sie über Frankreich nach Deutschland und lässt die Temperaturen jeden Tag ein wenig höher steigen. Auch nachts sinken sie mancherorts nicht unter 20 Grad, die Meteorologen sprechen dann von Tropennächten. Gleichzeitig wird es immer schwüler, und am Donnerstagabend könnte es erste Gewitter geben.

Nach dem Höhepunkt der Hitze am Sonnabend wird es nicht mehr ganz so warm, aber der Sommer bleibt bis weit in die nächste Woche. Anfang der Woche seien im Norden und Westen 25 bis 27 Grad zu erwarten, im Süden werde es bis Mitte der Woche Werte um 30 Grad geben, sagte Schappert.

Rentnerin stirbt beim Baden

8.43 Uhr: In Sachsen-Anhalt ist eine Rentnerin beim Baden gestorben. Die 76 Jahre alte Frau sei am Mittwochvormittag in einem Teich in Unterkamps in der Altmark entdeckt worden, teilte die Polizei in Stendal mit. Woran die Rentnerin starb, war zunächst unklar. Sie sei allein schwimmen gewesen, hieß es.

90-Jährige ist Namensgeberin des Hochs

8.38 Uhr: Wussten Sie eigentlich, wer die Namensgeberin für das aktuelle Hoch ist? Es ist eine 90 Jahre alte Dame aus Konstanz am Bodensee. „Das war ein Geburtstagsgeschenk von meinen drei Kindern“, sagt Annelie Dehnert-Hilscher. Die Freie Universität (FU) Berlin vergibt die Patenschaften: 299 Euro kostet ein Hoch, 199 Euro ein Tief. In diesem Jahr tragen die Hochdruckgebiete in Europa weibliche Namen, die Tiefs männliche. Getauft wurde „Annelie“ am 28. Juni.

Die Rentnerin vom Bodensee hatte eigentlich schon Ende Januar Geburtstag - da kam ihr im Alphabet aber „Antonia“ als Namensgeberin zuvor. „Wir waren schon ganz traurig, dass das so spät kommt“, sagt Dehnert-Hilscher. „Aber das war wahnsinnig gut.“ Nun sorgt „Annelie“ nämlich mit Temperaturen mit bis zu 40 Grad für Aufsehen. Der Namensgeberin selbst macht die Hitze trotz ihres hohen Alters nichts aus: „Ich bin da nicht so empfindlich.“ Wie sie die Wärme nutzt, weiß sie auch schon: „Ich wohne ganz nah am See und gehe schwimmen.“

Die Wetterexperten von der FU können einem Hoch übrigens gar nicht so viel abgewinnen: „Jeder Meteorologe würde sich ärgern, wenn er ein Hoch bekäme“, sagt Thomas Dümmel vom Institut für Meteorologie. Ein Tief sei viel spannender: „Da ist Dynamik, da ist Leben, da passiert was.“ Dümmel: „Aber ein Otto Normalverbraucher identifiziert sich mit einem Hoch natürlich mehr - und ich privat natürlich auch.“ (HA/dpa/epd)